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Beförderung nach unten Was Manager bei einer Änderungskündigung beachten sollten

Unternehmen greifen gern zur Änderungskündigung, wenn sie eine Führungskraft schnell und günstig loswerden wollen. Manager werden damit häufig wieder zurück ins operative Geschäft verbannt. Ein Arbeitsrechtler erklärt, wie sich Beschäftigte dagegen wehren können.
Änderungskündigungen führen häufig zu einem nervenzehrenden Gerichtsprozess

Änderungskündigungen führen häufig zu einem nervenzehrenden Gerichtsprozess

Foto: Rainer Berg / Getty Images

Wenn Unternehmen eine lästig gewordene Führungskraft loswerden möchten, fallen ihnen häufig viele Wege ein. Eine besonders beliebte Methode ist die sogenannte Änderungskündigung: Damit wird der bisherige Arbeitsvertrag durch einen neuen ersetzt. Der Arbeitnehmer muss also nicht gehen, sondern wird in eine neue Position im Unternehmen versetzt.

In den vergangenen Jahren hat sich die Änderungskündigung zu einem Instrument entwickelt, um Führungskräfte loszuwerden. "Arbeitgeber nutzen die Änderungskündigung immer häufiger als Druckmittel gegenüber unliebsam gewordenen Führungskräften", sagt Christoph Abeln, Fachanwalt für Arbeitsrecht. Mittlerweile seien 50 Prozent seiner Mandanten von der "Beförderung nach unten" betroffen.

Der Fall des ehemaligen Infineon-Topmanagers Ulrich Schumacher ist bis heute einer der bekanntesten, weil kaum eine Trennung so viel Öffentlichkeit erzeugte und einer solchen Dramaturgie folgte. Schumacher brachte einst den Halbleiterhersteller und die Siemens-Tochter Infineon an die Börse. Er galt als Superstar der deutschen Wirtschaft. Dann musste er gehen, die Öffentlichkeit nahm jahrelang an seinem Abfindungsstreit mit Infineon vor Gericht teil. Mit manager magazin sprach er erstmals öffentlich über die Zeit.  Die Unerbittlichkeit, mit der sich das Unternehmen von seinem Vorstandschef trennte, erstreckt sich inzwischen oft auch auf niedrigere Ränge.

Dilemma für Manager: Weniger Gehalt akzeptieren oder gehen

Wie viele Änderungskündigungen jährlich vor Gericht landen, wird statistisch nicht erfasst. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes haben die Arbeitsgerichte im Jahr 2020 in 198.766 Kündigungsverfahren ein Urteil gefällt, rund 12 Prozent mehr im Vergleich zum Jahr 2011. Hinzu kommen Verfahren vor Landgerichten, die für höhere Amtsinhaber, wie Geschäftsführer und Vorstände zuständig sind, aber nicht bundesweit erhoben werden. Die meisten Betroffenen jedoch scheuen den Gang vor Gericht oder knicken irgendwann ein. 

Arbeitnehmer befinden sich durch die Änderungskündigung in einem Dilemma: Sie müssen sich entscheiden, ob sie entweder den neuen Vertrag mit schlechteren Bedingungen akzeptieren oder gehen. Der Arbeitgeber profitiert dadurch doppelt: Er muss dem Arbeitnehmer keine Abfindung zahlen und kann gleichzeitig eine freie Stelle im Unternehmen neu besetzen. "Dafür genügt ein Blick in die Stellenbörse des Unternehmens, in der fast immer eine Stelle zu finden ist, die vielleicht nicht auf derselben Hierarchie oder in der gleichen Gehaltsklasse liegt, jedoch in jedem Fall aufgrund der Kenntnisse und Fähigkeiten dem Arbeitnehmer hätte übertragen werden können", sagt Abeln. In diesem Fall sei der Arbeitgeber sogar verpflichtet, vor einer richtigen Kündigung eine Änderungskündigung auszusprechen.

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