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Abwesenheitsnotizen "Ich sitze mit einem Batida de Côco am Strand und kann Ihre Mail leider nicht beantworten"

Urlaubszeit – Zeit der Abwesenheitsnotizen. Manche dieser E-Mail-Benachrichtigungen sind nur nützlich, andere persönlich. Doch sie können auch lustig sein. Vor allem, wenn man es übertreibt.
Ein guter Urlaub braucht eine gute Abwesenheitsnotiz – oder sind Sie anderer Meinung?

Ein guter Urlaub braucht eine gute Abwesenheitsnotiz – oder sind Sie anderer Meinung?

Foto: Olga Shevtsova / EyeEm / Getty Images

Endlich Urlaub, endlich raus. In Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland beginnen die Sommerferien, weiter südlich geht es in zwei Wochen los, in anderen Bundesländer urlauben viele Berufstätige schon. Sie werden vertreten von ein paar Zeilen Computercode: Schickt jemand eine E-Mail, antwortet der Server.

Und zwar meist mit einem Textbaustein, den die Urlauber kurz vor der Abreise hingeschludert haben. Nach Standardsituation verreist.

Solche Texte sind nützlich, aber halt auch so öde wie ein Ikea-Parkplatz am Sonntagmittag. Dabei ist das Genre der Abwesenheitsmitteilung eine Möglichkeit, ein Glanzlicht zu setzen im Einerlei der Business-Kommunikation. Auf jeden Fall kann man damit auffallen. Vielleicht ja sogar positiv. Oder aber man verrät dabei mehr über sich selbst, als eigentlich gut ist.

Wir haben hier einige typische und nur ganz leicht übertriebene Beispiele zusammengetragen, sortiert nach Mitarbeitertypen. Die können Sie kopieren, abwandeln, als abschreckendes Beispiel verwerfen – Sie sollten sie aber auf keinen Fall allzu ernst nehmen. Viel Spaß und schönen Urlaub!

Der Motivator

»Guten Tag! Ich bin abwesend, aber das ist keine schlechte Nachricht für Sie. Denken Sie nach: Das ist IHRE Chance, IHRE Probleme JETZT SELBST zu lösen! Wenn alles gegen Sie gerichtet scheint, erinnern Sie sich daran, dass das Flugzeug gegen den Wind abhebt, nicht mit ihm! Auch im Alphabet kommt Anstrengung vor Erfolg! SIE SCHAFFEN DAS! Carpe diem! Mit anspornenden Grüßen.«

Die Angeberin

»Vielen Dank für Ihre dienstliche Nachricht, die ich derzeit nicht lesen kann. Ich sitze nämlich gerade mit einem Batida de Côco am Strand und genieße meinen Urlaub. Bei dringenden Fragen wenden Sie sich gern an meine Kollegin, Frau Y, die dieses Jahr leider, leider gar nicht verreisen kann. Sie ist immer ansprechbar. Ich selbst werde mich bis weit in den September nicht mit beruflichen Themen beschäftigen. Mit sonnigen Grüßen!«

Der Ehrliche

»Vielen Dank für Ihre Nachricht. Ich bin bis zum 2. September im Urlaub und habe keinen Zugang zu meinen E-Mails. Bla bla bla. Von wegen. Klar habe ich Zugang zu meinen Mails! Im Grunde wische ich ständig auf meinem Handy herum und gucke dauernd rein. Irgendwie trostlos, oder? Ich meine, früher, ja, da war ich auf Konzerten, auch mitten in der Woche, was haben wir getanzt! Bis in den Morgen! Und ich habe mich mit Kati getroffen, ich habe immer nur geguckt: Hat Kati mir geschrieben? Alles andere hat mich null interessiert. Aber dann ist Kati nach Neuseeland gegangen, und ich habe hier angefangen, und jetzt wird mein Haar schütter und ich habe diese Falten um den Mund und lese meine Job-E-Mails im Urlaub, weil das immer noch besser ist, als mit meinen Teenagerkindern zu reden, die mich peinlich finden, aber mein Geld gern nehmen. Klar lese ich meine Mails. Aber ich habe keine Lust, darauf zu antworten. Ab dem 2. September muss ich allerdings wieder, hilft ja nix. Die Teenager brauchen das Geld, um sich überteuerte Klamotten zu kaufen, die sie dann nach einmaligem Tragen irgendwohin pfeffern. Ich bin es so satt. Wir sprechen uns im September.«

Die Besorgte

»Sehr geehrte Absenderin, sehr geehrter Absender, ich bin bis zum 2. August, 8.15 Uhr, abwesend. Bei technischen Fragen erreichen Sie meine Kollegin Frau X unter x@firma.de; bei Vertriebsfragen hilft Herr Y, den Sie unter y@firma.de erreichen. Unsere Zentrale ist von 10 bis 15 Uhr besetzt. Anbei noch die Urlaubszeiten aller Ansprechpartner sowie ein Organigramm. Ihre Mail wird aber auch an meinen Vertreter weitergeleitet, der sich um die Bearbeitung kümmern wird. Zumindest für Sie: Unbeschwerte Ferientage!«

Der Business Traveler

»Dear sender, thank you for your message. I am currently out of office with no access to my email account. I will be back on September 2nd. Best regards.

Caro remetente, obrigado por sua mensagem. Atualmente, estou fora do escritório sem acesso à minha conta de e-mail. Volto em 2 de setembro. Atenciosamente.

Drogi nadawco, dziekuje za wiadomosc. Obecnie jestem poza biurem i nie mam dostepu do mojego E-Mail konta. Wracam 2 września. Pozdrawiam.

Le pele pele, faafetai mo lau savali. Ua ou le i ai i le taimi nei i le ofisa e aunoa ma le mauaina o lau imeli. O le a ou toe foi ia Setema 2nd. Faamanatuga sili.

Sehr geehrter Absender, sehr geehrte Absenderin, ich habe eigentlich nur deutschsprachige Kontakte, möchte Sie aber gern mit einer Abwesenheitsnotiz in vielen Sprachen beeindrucken, damit Sie denken, dass ich tolle Kontakte in vielen Ländern habe. Freundliche Grüße.«

Die Old-School-Schreiberin

»Werter Absender, wiewohl mich der rege Austausch mit Ihnen ungemein inspiriert, sehe ich mich zu meinem lebhaften Bedauern außerstande, ihn postwendend fortzusetzen. Meine persönlichen Umstände, zu denen ich auch die Tradition zählen möchte, die Sommerfrische der Rekreation zu widmen und also ein paar Wochen außerhalb beruflich genutzter Fazilitäten zu verbringen, erlauben mir derzeit leider keinen Zugriff auf elektronisch übermittelte Nachrichten. Ich möchte Sie daher höflichst ersuchen, sich bis zum 2. September an meinen überaus freundlichen Kollegen X zu wenden, dessen Kompetenz meiner wenig bis gar nicht nachsteht. Niemand bedauert die Unannehmlichkeiten, die Ihnen durch dieses Vorgehen entstehen mögen, mehr als ich, und ich sehe unserem nächsten Kontakt bereits voller Vorfreude entgegen. Bleiben Sie mir gewogen!«

Der Workaholic

»Sehr geehrte Damen und Herren, ich bin derzeit nicht im Büro und lese meine Nachrichten daher nur etwa vier- bis fünfmal in der Stunde. Sollten Sie also nicht sofort eine Antwort bekommen, rufen Sie mich gern rund um die Uhr auf meiner Mobilnummer an. Oder kommen Sie einfach bei mir zu Hause vorbei, ich habe alle Unterlagen hier. MFG«

Die Delegiererin

»Ich bin nicht da. Versuchen Sie es gar nicht erst. Ihre Mail wird ungelesen gelöscht. Nein, das ist nicht mein Problem, es ist Ihres. Und tschüs.«