Samstag, 19. Oktober 2019

US-Immobilien Leichtbau à la USA - energetisch eine Katastrophe

Hausbau in Arizona: Die amerikanische Bauweise unterscheidet sich drastisch von unserer - Energiekosten spielen dank Fracking-Boom kaum eine Rolle
Getty Images
Hausbau in Arizona: Die amerikanische Bauweise unterscheidet sich drastisch von unserer - Energiekosten spielen dank Fracking-Boom kaum eine Rolle

3. Teil: Bungalow in Florida für 99.000 Dollar

Wer im Urlaub in Florida einen günstigen Traum-Bungalow sieht, sollte sich allerdings nicht vom niedrigen Preis blenden lassen. Ein 100-Quadratmeter-Haus für 99.000 US-Dollar kostet hierzulande schnell ein Vielfaches: "Wer so ein Haus mit Baumaterial in deutscher Qualität baut, landet schnell beim doppelten Preis. Wenn dann noch deutsche Löhne hinzukommen, ist man schnell beim Dreifachen", sagt Klein.

Seine Holz-Häuser haben gut gedämmte 42er Außenwände, die Schiebefenster sind mehrfachverglast und streng zertifiziert.

Billig ist das Ganze denn auch nicht: Ein simples deutsches Familienhaus liegt bei rund 1400 Euro pro Quadratmeter, der Ami-Stil kostet rund 50 Prozent mehr, in Steinausführung kalkuliert Klein nochmal zehn Prozent Aufschlag. Ein einziges Haus hat er hierzulande bislang aus Stein gebaut. Allerdings nicht aus energetischen Gründen oder wegen der Haltbarkeit. "Der Bauherr wusste von Anfang an, dass er das Haus nach wenigen Jahren verkaufen wird. Und in Deutschland sind Steinhäuser einfach besser verkäuflich."

Pragmatische US-Bürger: Holzhäuser sind rasch wieder aufzubauen

Anders als in Amerika sind Kleins US-Häuser häufig auch unterkellert, und haben in jedem Fall ein Betonfundament. 90 Zentimeter frostfrei sind in Deutschland Standard. Vielen US-Häuslebauern genügt hingegen eine einfache Bodenplatte aus Holz, die auf ein Punktfundament geschraubt wird.

Massivhausbauer sollten sich allerdings hüten, zu spotten: Die Stürme in den USA toben regelmäßig mit mehr als 300 Kilometern pro Stunde übers Land. "Bei solchen Windgeschwindigkeiten fliegen auch die Stein von Massivhäusern weg", sagt Klein.

In Sturm geplagten Regionen sind sie genau deshalb zweite Wahl: Zum einen sind umherfliegende Backsteine noch gefährlicher als tobende Holzplanken. Und einfache Holzhäuser sind schneller wieder aufzubauen.

© manager magazin 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung