Mittwoch, 24. Juli 2019

Teurer Markt Londons Wohnimmobilien kosten jetzt so viel wie Brasilien

Irland, Türkei, Dubai: Wo die Wohnungspreise am stärksten steigen
Engel & Völkers

Selbst die jüngste Steuererhöhung konnte daran nicht viel ändern: Die Immobilienpreise in Großbritannien steigen und steigen. Allein in der Hauptstadt sind in den vergangenen Jahren bereits enorme Werte entstanden.  

Hamburg - Angelina Jolie war gar nicht amüsiert. Als die Hollywood-Diva im November vergangenen Jahres in einem britischen TV-Sender auf ihre möglichen Umzugspläne nach London und die dort seinerzeit diskutierte Erhöhung der Steuern auf Luxusimmobilien angesprochen wurde, antwortete sie verschnupft: "Ich gehe ziemlich verantwortungsvoll mit Geld um. Das könnte mich abschrecken."

Über das Schicksal von Jolies Umzugsplänen ist seither nichts weiter bekannt geworden. Wohl aber über die Besteuerung von Wohnimmobilien in London, beziehungsweise in ganz Großbritannien. Die hat sich tatsächlich geändert, und zwar nicht nur im absoluten Luxussegment.

Anfang Dezember vergangenen Jahres erhöhte der britische Schatzkanzler George Osborne die sogenannte Stempelsteuer für Immobilien in einem Wert von mehr als 937.500 Pfund. Osborne wollte damit fünf Monate vor den Unterhauswahlen die Opposition ausbooten, sagen Beobachter. Die Gegenseite hatte sich die Erhöhung der Steuern für Luxusimmobilien jenseits der zwei Millionen Pfund auf die Fahnen geschrieben.

Inzwischen liegen erste Zahlen zur Entwicklung am Londoner Immobilienmarkt in den vergangenen Wochen vor. Und siehe da: Die Steuererhöhung hat das Geschehen offensichtlich nur geringfügig beeinträchtigt.

Neue Steuern drücken Preise nur moderat

Dem Maklerhaus Knight Frank zufolge fielen die Preise in Londons Top-Segment im Dezember 2014 zwar um 0,1 Prozent, nach einem Minus von 0,2 Prozent bereits im November. Diese Einbußen bezeichnen die Experten jedoch als vergleichsweise moderat.

Einmal mehr zeigt sich also, dass der Londoner Markt solche Änderungen speziell im Spitzenbereich offensichtlich gut absorbieren kann. Schon 2012 war das der Fall, als ebenfalls die Steuern auf Topimmobilien erhöht worden waren.

"Bevor die Änderung am 3. Dezember in Kraft trat, wurden zahlreiche Transaktionen unterzeichnet", sagt Tom Bill aus dem Knight-Frank-Research für Wohnimmobilien zur aktuellen Entwicklung. "Die Verhandlungen zwischen Käufer und Verkäufer waren härter. In einigen Fällen ließen sich die Verkäufer leicht herunterhandeln."

Einige Parteien haben die Differenz zwischen den neuen und alten Steuern untereinander aufgeteilt, so Knight Frank weiter. Nur sehr wenige Transaktionen seien wegen der höheren Steuern nicht zur Unterzeichnung gekommen.

Seite 1 von 2

© manager magazin 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung