Samstag, 21. September 2019

Fußball Andrea Pirlo, Stratege auch abseits des Platzes

Andrea Pirlo: Der geniale Mittelfeldstratege ist auch ein gut betuchter Unternehmer
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Andrea Pirlo: Der geniale Mittelfeldstratege ist auch ein gut betuchter Unternehmer

Andrea Pirlo konnte seine italienische Nationalmannschaft nicht in die KO-Runde der Weltmeisterschaft führen. Nun hat er wieder Zeit, sich seinem Weingut und einem Stahl-Unternehmen zu widmen. Merlot statt Mittelfeld.

Hamburg - Bart, lange Haare, gemessene Bewegungen - und dann im richtigen Augenblick der präzise Pass auf einen freigelaufenen Mitspieler. Das ist Andrea Pilo. Bei der Weltmeisterschaft in Brasilien hat sein Können nicht viel bewirkt, die Mannschaft ist bereits nach Haus gereist.

Pirlo hat nun viel Zeit. Zwar will er weiter für Juventus Turin Fußball spielen, hat seinen Vertrag noch kurz vor der Weltmeisterschaft verlängert. Doch mit 35 Jahren ist bei Pirlo das Ende seiner Sportkarriere absehbar; seine Zukunft liegt abseits des Grüns der Fußballplätze. Genauer, in den Hügeln um Brescia.

Dort findet sich Azienda Pratum Coller, ein kleines Weingut, das Pirlo 2007 mit Hilfe seiner Familie eröffnet hat. Bereits jetzt ist er immer wieder auf dem Weingut zu finden - und ist sein eigener Werbeträger, der in Filmen über die Bedeutung des Weins räsoniert - vier Sorten stellen die Pirlos her. Angeblich hat er schon als Kind immer am Wein genippt, wie seine Mutter in einem Interview verriet.

Weingut und Stahlunternehmen - Fußball ist für Pirlo Spiel

Unternehmerische Fußballer? Es dürfte Pirlo in die Wiege gelegt sein. Denn bereits sein Vater Alberto ist Unternehmer. Er hat mit Elg Steel ein Stahlunternehmen gegründet, ein Konglomerat aus verschiedenen Firmen wie Eurtubi oder La Metallifera. Sie stellen zum Beispiel Spezialröhren her oder auch Stabilisatoren für Schiffe, die ein übermäßiges Schaukeln bei Wellengang verhindern. Auch Pirlo ist an dem Unternehmen beteiligt. Kein Wunder also, dass bei dem Hintergrund Fußball für Pirlo immer ein Spiel war, nicht Broterwerb.

Statt Mittelfeldstratege in naher Zukunft also ein Vollzeit-Unternehmenslenker? Warum nicht. Es muss nicht immer die Übernahme der Leitung einer Rewe-Filiale sein, wie es der ehemalige Trainer des deutschen Fußballvereins St. Pauli vormacht.

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