Donnerstag, 5. Dezember 2019

Ökofonds Grüne Renditebringer

Hängende Gärten im Flughafen von Singapur: Anleger können beim Immobilieninvestment auf Umweltgesichtspunkte achten
Changi Airport
Hängende Gärten im Flughafen von Singapur: Anleger können beim Immobilieninvestment auf Umweltgesichtspunkte achten

2. Teil: Warnung von der Stiftung Warentest

Ulf Moslener analysiert zudem die Wertschöpfungskette. "Wer produziert die Technologie, wer nutzt sie? Investiere ich in Firmen, die herstellen oder anwenden?" Beispiel Sonnenergie: Hier brachte Konkurrenz aus China Solaranlagen-Hersteller in Schwierigkeiten - schlecht für Anleger. Wer dagegen in Anwendungen investiert, den freuen sinkende Kosten und Einspeisungsgarantie. Der Stiftung Warentest zufolge ist das Risiko für Ökofondsanbieter bei Solarenergie gut planbar, problematisch wird es in der Geothermie.

Die Warentester warnten jüngst vor Fonds, die Geld einsammeln, obwohl 10 Prozent des lnvestments noch nicht feststehen. Die Anleger wüssten nicht genau, wo ihr Geld lande, kritisierten die Experten der Zeitschrift "Finanztest". Solche "Blind Pools" sind nach Einschätzung von Ulf Moslener für private Investoren undurchschaubar und damit hochriskant. Die Finanztester ließen auch solche Fonds durchfallen, die Kleinanleger Ratensparverträge anbieten oder Kredite in Fremdwährungen aufnehmen.

Dem eigenen guten Gewissen zuliebe sollten sich Anleger ohnehin grundsätzlich vor jedem Einstieg intensiv mit der grünen Materie beschäftigen. Robert Haßler rät zu eigenen Recherchen, Ulf Moslener plädiert dafür, "genau zu verstehen was passiert, sonst wird es schwierig."

Alternativen zu geschlossenen Ökofonds finden sich oft vor der eigenen Haustür in Gestalt von Bürgersolaranlagen, Bürgerwindparks oder Biogasanlagen. Die Anlagen werden in manchen Kommunen unter Beteiligung der öffentlichen Hand und ortsnaher Geldinstitute finanziert. In anderen Gemeinden schließen sich Bürger zusammen. Meist können Interessenten Anleihen kaufen oder bestimmte Summen investieren und so ihr Geld umweltfreundlich anlegen.

Auf diese Weise kam zum Beispiel das Deutsche Ledermuseum in Offenbach an Kapital für die hauseigene Solaranlage. Vom Engagement der Bürger profitieren häufig auch Schulen oder Kindergärten. Aus Sicht der Finanzexperten spricht die örtliche Nähe sowohl für ein besseres Verständnis des Investments als auch für ein Plus an Sicherheit und Kontrolle. Außerdem fallen in der Regel keine hohen Vertriebskosten an.

von Monika Hillemacher, dpa

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