Montag, 23. September 2019

Anlageskandal Staatsanwälte veröffentlichen S&K-Vermögen

Autos, Uhren, Gold: Was an Vermögen bei S&K sichergestellt wurde
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2. Teil: Zweites Gericht erlässt Arrestbeschluss gegen S&K

Viele dieser Ansprüche, so viel scheint nach einem Blick auf die staatsanwaltliche Vermögensliste klar, dürften letztlich kaum befriedigt werden können.

Dabei haben die S&K-Anleger grundsätzlich zwei Möglichkeiten, an ihr Geld zu kommen. Erstens: Sie vertrauen auf die Insolvenzverwalter der inzwischenin die Pleite gerutschten Fondsgesellschaften. Diese müssen versuchen, Zugriff auf die Vermögenswerte zu bekommen, die mit den Anlegergeldern erworben wurden. Und, auch das ist der Liste zu entnehmen, in einigen Fällen ist dort durchaus etwas zu holen. Mehrere S&K-Gesellschaften verfügen offenbar über nennenswerten Immobilienbesitz.

Die zweite Möglichkeit ist die Durchsetzung von Schadensersatzansprüchen per zivilrechtlicher Zwangsvollstreckung. Und für diejenigen, die diesen Weg gehen wollen, gilt vor allem eines: Es ist Eile geboten. Denn auch darauf weist die Staatsanwaltschaft in ihrem Papier ausdrücklich hin: "Das in der Zwangsvollstreckung herrschende Prioritätsprinzip (...) gilt auch in diesem Verfahren". Oder zu gut deutsch: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.

Es ist also erforderlich, sich möglichst schnell den für eine Zwangsvollstreckung nötigen vollstreckbaren Titel zu besorgen. Eine dazu mögliche Klage auf Schadensersatz dürfte nach Ansicht von Experten aufgrund der Vielzahl der Fälle allerdings viel Zeit in Anspruch nehmen, was wegen des erwähnten "Prioritätsprinzips" von Nachteil wäre.

Hoffnung durch weitere Beschuldigte

Es gibt jedoch einen zweiten Weg, der mehr Erfolg verspricht: nämlich den Arrestbeschluss. Auch damit lässt sich beim Ermittlungsrichter eine Zwangsvollstreckung beantragen. Wird sie bewilligt, so rückt der Anleger im Anspruchsrang an die Stelle der Staatsanwaltschaft, die die Vermögenswerte ja genau zu diesem Zweck gesichert hat.

Und die gute Nachricht lautet: Zwei Gerichte haben bereits im Fall S&K solche Arrestbeschlüsse erlassen. Zunächst urteilte vor einigen Wochen das Amtsgericht München zu Gunsten eines S&K-Anlegers. Erst vor wenigen Tagen dann folgte auch das Amtsgericht Frankfurt am Main dieser Sicht.

"Ein Klageverfahren vor dem vermutlich zuständigen Landgericht Hamburg dürfte angesichts der Masse der zu erwartenden Fälle etliche Zeit in Anspruch nehmen", erläutert Rechtsanwalt Marc Gericke, der die Anleger in beiden Fällen vertrat. "Wir mussten daher wegen der drängenden Zeit andere Wege des Vermögenszugriffs wählen."

Zwar glaubt auch Gericke, dass aufgrund der geringen Menge an Vermögenswerten nicht alle Anleger befriedigt werden können. Eine kleine Hoffnung hat er mit Blick auf das Papier der Staatsanwaltschaft jedoch für die Geschädigten: "Neben den bekannten Namen stehen mehrere neue Beschuldigte auf der Liste", sagt er. "Damit eröffnen sich für Anleger weitere Möglichkeiten zur Anspruchsdurchsetzung."

Fotostrecke: Was bei den S&K-Leuten alles sichergestellt wurde

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