09.03.2019

New Yorker Architektur-Ikone

Karstadt-Eigner Benko kauft Chrysler-Building

Der österreichische Immobilieninvestor Rene Benko kauft Reuters-Informationen zufolge das traditionsreiche Chrysler Building in New York. Benkos Beteiligungsgesellschaft Signa werde das traditionsreiche Gebäude gemeinsam mit der US-Firma RFR für rund 150 Millionen Dollar (rund 134 Millionen Euro) erwerben, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Der Kauf ist für Signa das Debüt auf dem US-Immobilienmarkt. Benko ist in Deutschland vor allem als Kaufhaus-Investor bekannt. Seine Signa-Gruppe gehört mit einem Immobilienvermögen von mehr als 14 Milliarden Euro zu einem der größten Immobilieninvestoren in Europa. Benko hatte zuletzt die Möbelketten Kika und Leiner übernommen, die deutschen Warenhäuser Karstadt und Kaufhof fusioniert und sich bei zwei der größten Tageszeitungen Österreichs eingekauft.

Die beiden Firmen seien zu gleichen Teilen an einem Gemeinschaftsunternehmen beteiligt, das am Freitag eine Kaufvereinbarung mit dem Besitzer des 1930 erbauten New Yorker Wahrzeichens unterzeichnet habe. Es gehört bisher einer Investmentgesellschaft des Emirats Abu Dhabi. Diese hatte vor elf Jahren 800 Millionen Dollar für 90 Prozent an dem Gebäude bezahlt. Im Zuge der Finanzkrise waren die Immobilienpreise dann eingebrochen und haben sich in manchen Fällen noch nicht ganz erholt.

Porträt: René Benko - Österreichs Bester

Das Chrysler Building zählt mit seiner silbern glänzenden Spitze und den darunter liegenden Edelstahlbögen aus der Art-Déco-Zeit zu den bekanntesten Hochhäusern der Welt. Bis in die 1950er-Jahre hinein war der US-Autohersteller Chrysler der Hauptmieter, bis heute dient es mit seinen 77 Stockwerken als Bürohochhaus für viele verschiedene Unternehmen - allerdings zuletzt mit dem Ruf, dass eine dringende Renovierung nötig sei.

Nach seiner Einweihung 1930 war der Wolkenkratzer elf Monate lang Zeit das höchste Gebäude weltweit, bis ihm das Empire State Building den Rang ablief. Anders als dort gibt es im Chrysler Building keine öffentlichen Führungen oder eine Aussichtsplattform für Touristen.

rtr/dpa/mh

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