Dienstag, 23. April 2019

Aktuelle Immobilien-Investments London fest in ausländischer Hand - Brasilianer kaufen "Gurke"

Gherkin, Piccadilly, Buckingham: Wem Londons Wahrzeichen gehören
AP

Im dritten Quartal haben Investoren wieder viel Geld in europäische Immobilien gesteckt, das meiste davon floss nach London. Erst kürzlich wechselte die "Gurke" im Herzen der Stadt den Besitzer - Grund genug, die Eigentümer der wichtigsten Londoner Immobilien zu beleuchten.

Hamburg - Aktuelle Zahlen zu den Aktivitäten von Investoren auf den europäischen Immobilienmärkten unterstreichen einmal mehr die Ausnahmestellung Londons: Nach Angaben des britischen Immobiliendienstleisters Knight Frank summierte sich das Investmentvolumen auf dem europäischen Gewerbeimmobilienmarkt im dritten Quartal auf 37 Milliarden Euro. Das ist zwar etwas weniger als im sehr starken zweiten Quartal, so Knight Frank. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum bedeutet es aber immerhin einen weiteren Anstieg um mehr als 10 Prozent.

Wichtigstes Ziel der internationalen Investments war einmal mehr Großbritannien - sprich: vor allem London - gefolgt von Deutschland und Frankreich.

Zum gleichen Ergebnis kommt auch der Immobilienberater Cushman & Wakefield (C&W) in einer heute verbreiteten Auswertung. Demnach stiegen die Investitionen in Einzelhandelsimmobilien im Raum Europa, Mittlerer Osten und Afrika (EMEA) im dritten Quartal 2014 auf 11 Milliarden Euro, gegenüber 8,6 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Deutschland sei an Frankreich vorbeigezogen und belege im Ranking der beliebtesten Investmentdestinationen nun Platz zwei, so C&W.

Brasilianer kaufen "Gurke"

An der Spitze, so die Experten, stehe aber weiterhin Großbritannien mit einem Anteil an den Gesamtinvestments von nicht weniger als 47 Prozent.

Erst vergangene Woche machte ein neuer, spektakulärer Immobiliendeal in London die Runde: Das wegen seiner markanten Form als "Gurke" bezeichnete Bürogebäude, in dem die Versicherungsgesellschaft Swiss Re ihren Sitz hat, wechselte für kolportierte 700 Millionen Pfund (rund 880 Millionen Euro) den Besitzer.

Das Gebäude befand sich zuvor in einem geschlossenen Fonds, den vor Jahren die Bonner IVG aufgelegt hatte. Co-Investor war seinerzeit die britische Investmentgesellschaft Evans Randall. Wegen der Finanzkrise geriet der Fonds jedoch in Schieflage, so dass die "Gurke" im April dieses Jahres unter Zwangsverwaltung gestellt wurde.

Durch den Verkauf des Objektes dürften den Anlegern daher hohe Verluste entstehen. Wie die meisten Londoner Wahrzeichen, bleibt aber auch die "Gurke" weiterhin in ausländischem Besitz. Käufer ist die brasilianische Safra Gruppe des Milliardärs Joseph Safra, der als zweitreichster Mann des Landes gilt.

Damit setzt sich ein Trend fort: Ein großer Teil der teilweise berühmten Immobilien Londons befindet sich längst im Besitz von Investoren aus dem Ausland. Besonders Käufer aus dem arabischen Raum haben einen großen Anteil, wie die Übersicht zeigt.

Stadtrundgang: Wem die wichtigsten Immobilien in London gehören

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