Sonntag, 21. April 2019

Hohe Häuserpreise David Camerons Blasenschmerzen

Briten-Premier Cameron: Kriegt er den Immobilienmarkt in den Griff`?

Der Immobilienmarkt Großbritanniens gibt bereits seit einiger Zeit Anlass zur Sorge. Experten befürchten erneute Übertreibungen, so wie kurz vor der Finanzkrise. Zahlen der Bank of England von heute deuten ebenfalls in diese Richtung.

London - Die Anzeichen für eine Überhitzung am britischen Wohnimmobilienmarkt mehren sich. Am heutigen Mittwoch etwa veröffentlichte die Bank of England (BoE) aktuelle Zahlen zur Vergabe von Hypothekenkrediten. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg reichten britische Banken demnach im Dezember 2013 insgesamt 71.638 Kredite aus. Einen Monat zuvor seien es noch 70.820 gewesen, zitiert Bloomberg aus dem BoE-Report.

Was das bedeutet, stellt die Agentur sehr plastisch dar: Das letzte Mal, als die Kreditvergabe im Vereinigten Königreich dieses Niveau erreichte, gab es noch einen Immobilienfinanzierer namens Northern Rock. Gordon Brown war Premierminister, und die US-Banken Bear Stearns und Lehman Brothers noch dick im Geschäft.

Kurzum: Die Summe der ausgegebenen Hypothekenkredite in Großbritannien ist die höchste seit Januar 2008 und markiert den zehnten Anstieg in Folge. Analysten hatten laut Bloomberg allerdings sogar mit einem noch höheren Wert gerechnet.

Die Zahlen geben Grund zur Sorge, denn zusammen mit den Krediten steigen auch die Hauspreise auf der Insel. Allein 2013 ging es mit den Preisen landesweit um 8,4 Prozent nach oben, zitiert Bloomberg aus einem aktuellen Marktbericht. Als Hintergrund gilt die Niedrigzinspolitik, mit der die BoE die britische Wirtschaft ankurbeln will, sowie die Hauspolitik von Premierminister David Cameron.

Befindet sich Großbritannien also bereits in einer erneuten Phase der Überhitzung auf dem Immobilienmarkt? Mahnende Stimmen gibt es genug. Es werde Zeit, den Fuß vom Gas zu nehmen, appelliert etwa Howard Archer, Volkswirt von IHS Global Insight in London, an die Adresse der Zentralbank. "Es gibt keinen Grund mehr, den Häusermarkt zu stimulieren."

Eher wohl im Gegenteil. Kürzlich hatte sich auch die University of Warwick der Sache angenommen. Das Ergebnis einer Studie der Uni: Die Wahrscheinlichkeit, dass sich der Immobilienmarkt Londons bereits in einer Spekulationsblase befindet, liege bei 93 Prozent. Für ganz Großbritannien bezifferten die Forscher diesen Wert auf immerhin 77 Prozent.

cr

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