Mittwoch, 20. November 2019

Niedrigzinsen Schäuble warnt vor Immobilienblase in Deutschland

Gruppenbild mit Fahne: Wolfgang Schäuble (links) traf am Donnerstag seinen US-Kollegen Jacob Lew

Hohe Preisen, Mini-Zinsen: Bundesfinanzminister Wolfgang Schäube sieht am Immobilienmarkt die Gefahr von Preisblasen. Dafür verantwortlich macht er die Geldpolitik der EZB.

Berlin - Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sieht in Deutschland angesichts der lockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) die Gefahr von Immobilien-Preisblasen. Er nehme die diesbezüglichen Warnungen der Bundesbank sehr ernst, sagte Schäuble am Donnerstag nach einem Treffen mit US-Finanzminister Jacob Lew. Insgesamt gelte: "Auf Dauer ist das Maß an Liquidität zu groß und das Zinsniveau zu niedrig."

Schäuble ist nicht der einzige, der den Immobilienmarkt kritisch beobachtet: Fast 60 Prozent einer von manager magazin online und der Münchener V-Bank befragten Stichprobe von Vermögensverwaltern attestierten bestimmten großstädtischen Lagen, etwa in Hamburg, München, Berlin oder am Rhein, bereits eine Überhitzung des Marktes in Form einer Preisblase. Viele der Befragten wiesen allerdings auch darauf hin, dass deutsche Preise im internationalen Vergleich immer noch moderat erscheinen.

Nun also auch Schäuble: Im Immobiliensektor gebe es Anzeichen für Preisentwicklungen, "die gefährlich sind", sagte der Minister am Donnerstag. Die Entscheidungen der EZB hätten zwar einen Zeitgewinn gebracht, seien aber kein dauerhafter Ersatz für notwendige Strukturreformen. Europas Politiker müssten nun diesen Spielraum nutzen, den die Geldpolitik geschaffen habe.

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luk/rtr/dpa

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