Montag, 20. Mai 2019

Ferienimmobilien Investment mit Erholungswert

Ferienhaus auf der Nordseeinsel Sylt: Auf vielen deutschen Inseln sind die Immobilienpreise angestiegen

2. Teil: Die Lage ist entscheidend

Rund 50 Prozent der deutschen Ferienheimbesitzer kaufen im eigenen Land. 11,4 Prozent investieren in Spanien, vor allem auf Mallorca, an der Costa del Sol, der Costa Blanca oder auf Teneriffa. Gleich nach den spanischen Ferienregionen folgen im Beliebtheitsranking Urlaubsziele in Österreich, Italien, Frankreich und der Schweiz.

Wer auf der Suche nach einem Schnäppchen ist, erhofft sich ein solches zurzeit vor allem in einem der südeuropäischen Krisenländer wie Spanien oder Griechenland.

Doch auch wenn dem Urlauber hier die "Zu verkaufen"-Schilder an leerstehenden Häusern überall im Land den Mund wässrig machen: Die Hoffnung auf ein echtes Schnäppchen wird meist enttäuscht. "Die Immobilienpreise sind zum Beispiel in Spanien in der Summe massiv gesunken, das ist schon richtig", konstatiert Enders. "Allerdings gilt das vor allem für Wohnimmobilien im Inland, die vor der Krise üblicherweise an Spanier verkauft wurden."

In den Ferienregionen hingegen seien viele Immobilien in guter Lage bereits in Händen von Ausländern, oft Schweizern und Deutschen. "Die haben keinen Verkaufsdruck. Da hat sich an den Preisen im Vergleich zum Vorkrisenniveau nicht viel getan", sagt der Makler.

Wer in eine weniger gute Lage ausweicht, muss damit rechnen, dass das Ferienhaus statt solider Renditen vor allem Kosten produziert. "Bei Ferienimmobilien gilt sogar noch mehr als bei klassischen Wohnimmobilien: Die Lage ist entscheidend", sagt Enders. Ein Ferienhaus in direkter Strandlage in Spanien lässt sich auch jenseits der Hauptsaison gut vermieten.

Ein Häuschen in zweiter, dritter, vierter Reihe vom Strand, ganz abseits der touristischen Highlights oder auf einer schwer erreichbaren griechischen Insel wird hingegen die meiste Zeit des Jahres leer stehen, warnt der Makler. Ist das Ferienhaus nicht ausgelastet, wird es schnell zur Kostenfalle: Die jährlichen Kosten für eine Ferienimmobilie belaufen sich auf durchschnittlich rund 7500 Euro, zum Beispiel für Werbung, Finanzierung und Instandhaltung.

Im Schnitt können Ferienheimbesitzer laut der Fewo-Direkt- und Engel-&-Völkers-Studie ihre Immobilien zu 46 Prozent auslasten, rund 22 Wochen pro Jahr werden die Objekte genutzt. Für die meisten Ferienheimbesitzer rechnet sich das, zeigt die Studie: Ein Drittel der Befragten (31,9 Prozent) erzielt Mieteinnahmen zwischen 5000 und 10.000 Euro jährlich, mehr als ein Viertel (26,7 Prozent) sogar über 15.000 Euro.

In den Toplagen der deutschen Küstenregionen sei durchaus mit einer Rendite zwischen 6 und 7 Prozent zu rechnen, rechnen die Makler vor.

Peter Schöllhorn von der Deutschen Schutzvereinigung Auslandsimmobilien (DAS) hält von solchen Renditeversprechen der Makler generell nicht viel. "Unterm Strich investieren Ferienheimbesitzer meist viel mehr, zum Beispiel durch eigene Zeit und Arbeit bei der Vermietung und für die Instandhaltung, um den Wert der Immobilie zu erhalten", sagt er. "Würde man für die eigene Arbeit einen Lohn ansetzen, bliebe meist maximal eine schwarze Null übrig."

Seite 2 von 3

© manager magazin 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung