Montag, 23. September 2019

"Land Banking" von Facebook, Google und Co. US-Techriesen kaufen Immobilien auf Vorrat

Geplante Zentrale von Google: Die IT-Konzerne kaufen bereits Immobilien, weil sie künftig mehr Platz brauchen und die Preise steigen

Schon heute Land für übermorgen kaufen, denn Geld spielt keine Rolle: Um ihre künftige Expansion zu gestalten, sichern sich US-Techriesen wie Facebook Börsen-Chart zeigen oder Google Börsen-Chart zeigen schon heute den nötigen Arbeitsraum. Sprich: Sie kaufen Grundstücke und Gebäude, die sie erst in Jahren benötigen.

Einerseits gibt dieses so genannte "Land Banking" den Unternehmen Planungssicherheit und schützt vor bösen Überraschungen, falls plötzlich zusätzliche Büroflächen benötigt werden sollten. Andererseits können die Konzerne damit auch ein gutes Geschäft machen - der Boom der Branche hat vor allem im Raum Kalifornien bereits zu einem Anstieg der Gewerbeimmobilienpreise geführt, der bis auf weiteres anhalten dürfte.

Zuletzt erwarb Facebook für 395 Millionen Dollar (etwa 350 Millionen Euro) den Menlo Science and Technology Park im Silicon Valley, wie das "Wall Street Journal" (WSJ) berichtet. Der Komplex aus 21 Einzelhandels- und Bürogebäuden etwa 50 Kilometer südöstlich von San Francisco wird gegenwärtig von verschiedenen anderen Firmen genutzt. "Wir wachsen allmählich", sagt jedoch Facebooks-Immobilienchef John Tenanes laut WSJ. "Wir wollen darauf vorbereitet sein."

Eine ähnliche Strategie verfolgt offenbar Google. Der Suchmaschinenriese kaufte im vergangenen Jahr für mehr als eine Milliarde Dollar etwa zwei Dutzend Immobilien im Silicon Valley, von Warenhäusern bis zu Bürogebäuden, so das WSJ. Seit 2005 habe Google 2,5 Milliarden Dollar für Immobilienbesitz ausgegeben, berichtet die Zeitung mit Verweis auf Daten des US-Anbieters Real Capital Analytics.

Konzerne sichern sich für ihr Wachstum

Was der Konzern unter anderem damit vorhat, enthüllte er in der vergangenen Woche: Google plant ein riesiges 230.000-Quadratmeter-Hauptquartier mit gläserner Fassade.

Durch die Vorratskäufe von Immobilien sichern sich die Firmen einerseits für ihr Wachstum ab. Allein im vergangenen Jahr stieg die Mitarbeiterzahl Facebooks laut WSJ um 45 Prozent auf beinahe 10.000. Google bewegt sich bereits auf einem anderen Niveau, die Zahl der Beschäftigten des Internetkonzerns soll 2014 weltweit um 5800 auf 53.600 gestiegen sein.

Andererseits stellen die Firmen aber auch sicher, dass sie später nicht zu deutlich höheren Preisen Immobilien erwerben müssen. Wie das WSJ berichtet, hat die Nachfrage aus der Tech-Branche schon in den vergangenen Jahren zu erheblichen Preisanstiegen auf dem Immobilienmarkt im Silicon Valley geführt. So sei der Preis für einen Quadratfuß Bürofläche (0,09 Quadratmeter) seit 2009 von 190 Dollar auf heute 329 Dollar nach oben geschnellt.

Die Aktivitäten der Tech-Riesen haben allerdings auch einen Nachteil: Sollten sich die Expansionspläne nicht erfüllen, sitzen die Konzerne möglicherweise später mit viel Immobilienbesitz da, den sie nicht brauchen. Falls dann auch andere Firmen an ihre Wachstumsgrenzen stoßen, weil sich vielleicht die gesamte Branche anders entwickelt als erwartet, so könnte dadurch zudem die Lage am Immobilienmarkt kippen: Die Tech-Firmen müssten ihre Immobilien womöglich zu unattraktiven Preisen wieder veräußern.

Davon ist derzeit allerdings noch nichts zu erkennen. Im Gegenteil: Mit dem sozialen Netzwerk LinkedIn Börsen-Chart zeigen sowie dem Business-Cloud-Anbieter Salesforce.com Börsen-Chart zeigen befanden sich laut WSJ zuletzt weitere Tech-Größen am Immobilienmarkt auf Einkaufstour.

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