Donnerstag, 19. September 2019

Widerstand gegen Privatisierungspläne von HBC Der platzende Immobilientraum des Ex-Kaufhof-Eigners Richard Baker

Richard Baker: Der Chairman des früheren Kaufhof-Eigners HBC will den kanadischen Handelskonzern von der Börse nehmen - doch die Privataktionäre wollen sich nicht so einfach ausbremsen lassen

Der kanadische Handelskonzern Hudson's Bay Company (HBC) hat nicht nur während seines Deutschland-Gastspiels als Besitzer von Kaufhof für reichlich Ärger und Aufsehen gesorgt - zum Beispiel, indem er nach seinem unrühmlichen Abgang den Kaufhof-Beschäftigten einen Millionenbetrag verweigerte. Die notorisch klammen Kanadier sorgen nun auch in ihrer Heimat für Auseinandersetzungen - und zwar zwischen Investoren und Kleinaktionären von HBC.

Dabei hätte es so schön laufen können . so hatten es sich zumindest HBC-Chairman Richard Baker, der extrem geschäftstüchtige WeCompany-CEO (einst WeWork) Adam Neumann und ein paar weitere Investoren des kanadischen Handelskonzerns Hudson's Bay Company ausgedacht. Für 9,45 kanadische Dollar pro Aktie wollten die Investoren den Handelskonzern und einstigen Kaufhof-Besitzer von der Börse nehmen.

Ein Angebot, das - so dachten sie zumindest - für die Aktionäre attraktiv sein dürfte. Dümpelte die Aktie doch um die Zeit des Angebotes Anfang Juni bei gerade einmal etwas über 6,30 kanadische Dollar (umgerechnet rund 4,30 Euro) herum. Und hatte der Kurs doch angesichts reihenweiser Fehlschläge im Handelsgeschäft - unter anderem bei Kaufhof - zuletzt eigentlich nur eine Richtung gekannt: nach unten.

Wird das Fell des Bären schon verteilt, bevor er erlegt ist?

Doch so billig scheinen die Immobilieninvestoren nun doch nicht zum Zuge zu kommen. Denn es regt sich Widerstand. Zum einen vom langjährigen Aktionär und HBC-Kritiker "Land & Building", der zuletzt knapp 5 Prozent an HBC hielt. Der Anteilseigner, mit dem der HBC-Chairman jahrelang über Kreuz lag, kritisierte in einem offenen Brief vom August das Angebot als "bestürzend unzulänglich" und forderte den Rücktritt Bakers, weil dieser gegen das Interesse der Minderheitsaktionäre agiere.

Zudem forderte "Land-&-Building"-Gründer Jonathan Litt Aufklärung über etwaige bereits geführte Verkaufsgespräche. Offenbar war ihm zu Ohren gekommen, dass Baker und Co bereits mit potenziellen Kunden über den Verkauf bestimmter Vermögenswerte für den Zeitraum nach der Privatisierung gesprochen haben sollen. Seine Forderung: Die Unternehmensführung solle diese nicht nur zugunsten einer kleinen Clique, sondern lieber zugunsten aller Aktionäre in Betracht ziehen.

Seite 1 von 3

© manager magazin 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung