Montag, 22. April 2019

Immobilienboom Die Party geht weiter - vorerst

Immobilien: Was 2015 die Investoren lockt
DPA

Investoren reißen sich um Immobilien - das liegt nicht nur an den Niedrigzinsen der Europäischen Zentralbank. Laut einer Studie von PwC gibt es noch weitere Treiber des Immobilienbooms - und die findet man in Asien und Nordamerika.

Hamburg - Ein Knalleffekt - in Hongkong wurde jüngst dieteuerste Wohngrundstück aller Zeiten erworben, gemessen auch an der nicht gerade an Rekorden armen Vergangenheit der Stadt. Auch in Europa fährt der Preisfahrstuhl derzeit in aller Regel nur nach oben

Und so dürfte es 2015 weiter gehen. Davon gehen zumindest Experten aus, die das Beratungshaus Price Waterhouse Coopers (PwC) zu ihren Erwartungen befragt und in einer aktuellen Studie ("Emerging Trends in Real Estate Europe 2015") zusammengefasst hat. Die Treiber dieser Entwicklung sitzen unter anderem in Asien und Nordamerika - die dortigen Staatsfonds (SWF) und Pensionsfonds, so der Report, investieren in Europa und werden das verstärkt tun.

Deutschland ihr natürliches Ziel - die Wirtschaft steht im Vergleich zu anderen europäischen Ländern gut da, sie konzentriert sich nicht nur auf ein Zentrum und außerdem gelten deutsche Immobilien in den Augen vieler Investoren noch als vergleichsweise günstig. Entsprechend schwärmen viele von ihnen nach und von Berlin. Doch auch andere Länder locken sie, Spanien beispielsweise. Das Land war ein no-go-area, jetzt gehen alle dorthin, sagte ein Befragter. Ein "Tsunami" von Kapital schwappe nach Spanien, sogar Warren Buffett soll dort investiert haben. Ob Spanien sich auch weiter im Interesse der Investoren sonnen kann, ist umstritten. Ein ewiger Investoren-Darling bleibt London - wegen der Verfügbarkeit von Immobilien und der Liquidität des Marktes.

Die Macht der EZB

Möglich macht es das billige Geld der Europäischen Zentralbank (EZB) - diese Politik führt dazu, dass Investoren das Geld investieren müssen. Und Immobilien sind in den Augen vieler eine logische Schlussfolgerung. Zumal auch gut zwei Drittel der Befragten davon ausgeht, dass Kredite 2015 leichter verfügbar seien werden als im abgelaufenen Jahr 2014.

Allerdings wirft das billige Geld auch einen düsteren Schatten. "Der Druck zur strategischen Neujustierung von Immobilieninvestments ist mit der jüngsten EZB-Entscheidung noch einmal gestiegen", sagt Olaf Janßen, Leiter Immobilienresearch bei der Union Investment Real Estate. "Die sinkenden Ankaufsrenditen belasten in zunehmendem Maße die Anlageergebnisse. Um die Performance ihrer Anlagen vor weiteren Rückgängen zu schützen, sind Investoren, die grundsätzlich wenig Risiko mögen, gezwungen viele Stellschrauben gleichzeitig zu justieren."

Und das bedeutet weiterhin viel Bewegung am Immobilienmarkt. Das deutet sich auch schon jetzt an. Denn die meisten denken beim Schlagwort schon lange nicht mehr nur an Wohnungen oder Büros. Sondern viel weiter.

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