Montag, 14. Oktober 2019

Aktionäre billigen Kapitalerhöhung Vonovia forciert Übernahme von Deutsche Wohnen

Erleichterung auf der außerordentlichen Hauptversammlung: Vonovia-Chef Rolf Buch (r.) will nun "sehr zeitnah" sein Kaufangebot vorlegen

Deutschlands größter Immobilienkonzern Vonovia hat für seinen Plan zur feindlichen Übernahme des Konkurrenten Deutsche Wohnen eine wichtige Hürde genommen. Die Aktionäre des Konzerns gaben am Montag auf einer außerordentlichen Hauptversammlung in Düsseldorf grünes Licht für eine Kapitalerhöhung, mit der Vonovia einen Großteil des Kaufpreises für den Rivalen bezahlen will. Der Konzern will nun "sehr zeitnah" sein Kaufangebot vorlegen.

Insgesamt stimmten auf der Hauptversammlung mehr als 78 Prozent des anwesenden Kapitals der Kapitalerhöhung zu und machten damit den Weg für das Kaufangebot frei. Notwendig gewesen wäre eine Zustimmungsquote von 75 Prozent.

Vonovia-Chef Rolf Buch hatte zuvor an die Aktionäre appelliert, dem Vorstand grünes Licht für seine Übernahmepläne zu geben. Trotz aller Abwehrversuche des Frankfurter Rivalen mache der Kauf Sinn.

Die Deutsche Wohnen hatte am Freitag überraschend für rund 1,2 Milliarden Euro mehr als 10.000 Wohnungen vom kleineren Rivalen Patrizia gekauft - wohl auch, um damit die Übernahmepläne zu torpedieren. Buch betonte, die Akquisitionskriterien der Vonovia würden aber auch nach dem überraschenden Deal erfüllt.

Vonovia will nun "sehr zeitnah" ihr Angebot an die Aktionäre der Deutsche Wohnen vorlegen. Die Angebotsfrist werde voraussichtlich am 26. Januar 2016 enden, kündigte das Unternehmen an. Stimmt die Mehrheit der Deutsche-Wohnen-Aktionäre zu, soll der Kauf noch im ersten Quartal kommenden Jahres abgeschlossen werden. Vonovia Börsen-Chart zeigen-Aktien verloren in einem festen Marktumfeld 0,8 Prozent, Deutsche Wohnen Börsen-Chart zeigen gewannen 1,3 Prozent.

Vonovia will sich den Kauf des Konkurrenten rund 14 Milliarden Euro kosten lassen. Vonovia-Chef Buch erwartet durch den Zusammenschluss Einsparungen in Höhe von rund 84 Millionen Euro - unter anderem durch geringere Verwaltungskosten und Kostenvorteile bei der Instandhaltung der Gebäude. Das Management der Deutsche Wohnen lehnt die Übernahme allerdings vehement ab.

ts/dpa-afx

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