Samstag, 24. August 2019

Deutsche Wohnen Erst steigen die Mieten, dann die Dividenden

Mieter in Berlin protestierten Ende vergangenen Jahres gegen den Verkauf ihrer Mietwohnungen an die Deutsche Wohnen, weil sie steigende Mieten befürchten

Was zuletzt beim Immobilienriesen Vonovia zu beobachten war, gilt auch für den MDax-Konzern Deutsche Wohnen: Steigende Mieten führen zu steigenden Gewinnen. Die Mieter zahlen mehr, die Aktionäre bekommen mehr Dividende.

Steigende Mieten vor allem in Berlin haben dem Immobilienkonzern Deutsche Wohnen Börsen-Chart zeigen zu deutlich mehr Gewinn verholfen. 2018 legte der operative Gewinn (Funds from Operations 1, kurz FFO1) im Jahresvergleich um elf Prozent auf knapp 480 Millionen Euro zu, teilte der im Börsenindex MDax notierte Konzern am Dienstag mit. Davon sollen auch die Aktionäre profitieren. Das Management will die Dividende auf 87 Cent je Aktie erhöhen, nach 80 Cent im Vorjahr.

Im laufenden Jahr will der Konkurrent von Vonovia , LEG Immobilien Börsen-Chart zeigen und TAG Immobilien Börsen-Chart zeigen beim operativen Gewinn noch einmal eine Schippe drauflegen. Das Unternehmen peilt bei dieser Kenngröße 535 Millionen Euro an. Der Aktienmarkt zeigte auf die Zahlen und den Ausblick kaum Reaktion. Die Aktie der Deutsche Wohnen Börsen-Chart zeigen schwankte im frühen Handel um den Schlusskurs vom Vortag.

Unter dem Strich blieben 2018 knapp 1,9 Milliarden Euro als Gewinn hängen. Dazu trug vor allem eine Aufwertung der Immobilien bei. Das war ein Plus im Vergleich zum Vorjahr von fast sechs Prozent. Die Mieten stiegen auf vergleichbarer Basis um 3,4 Prozent, in Berlin sogar um 3,6 Prozent. Zum Vergleich: Deutschlands größter Wohnungskonzern Vonovia Börsen-Chart zeigen hatte im vergangenen Jahr im die Mieten seiner Objekt im Schnitt um 4 Prozent erhöht. Deutsche Wohnen vermietet bundesweit rund 160.000 Wohnungen und Gewerbeeinheiten. Zum Portfolio gehören auch Pflegeheime.


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Mieten der Deutsche Wohnen stiegen im Schnitt um 3,4 Prozent im Jahr

Deutlich mehr Geld steckt Deutsche Wohnen wie auch die Konkurrenten in die Modernisierung. Die Ausgaben hierfür betrugen im vergangenen Jahr mehr als 300 Millionen Euro - das war gut ein Drittel mehr als im Vorjahr. Die Kosten für die Instandhaltung gingen hingegen leicht auf rund 100 Millionen Euro zurück.

Mit modernisierten Wohnungen können Vermieter in der Regel auch die Mieten anheben. Die Vertragsmieten der Deutsche Wohnen stiegen 2018 um knapp 6 Prozent auf 786 Millionen Euro.

Große Immobilienwohnkonzerne wie Deutsche Wohnen stehen schon länger in der Kritik wegen ihrer Modernisierungsumlagen. So protestierten viele Mieter gegen Modernisierungen bei Vonovia, woraufhin der Konzern Ende 2018 erklärte, seine Investitionen für Modernisierung zu kürzen. Tatsächlich aber erhöht Vonovia im laufenden Jahr seine Ausgaben für Modernisierung, Neubau und Instandhaltung um 25 Prozent auf 2 Milliarden Euro.

Um von der starken Nachfrage nach bezahlbaren Wohnungen in Großstädten zu profitieren, will Deutsche Wohnen neue Wohnungen bauen. Bis 2022 will das Unternehmen rund 2500 Wohnungen in deutschen Städte errichten. Anders als Vonovia setzt der Berliner Immobilienkonzern zudem auf die wachsende Zahl von Pflegebedürftigen in Deutschland.

rei/dpa-afx

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