Freitag, 23. August 2019

Früherer Sears Tower wird verkauft Blackstone will 1,5 Milliarden Dollar für zweithöchstes US-Gebäude zahlen

1,5 Milliarden Dollar wert? Der Sears Tower in Chicago soll verkauft werden

Blackstone, der größte Immobilieninvestor der Welt, steht offenbar kurz davor, den weltberühmten Sears Tower in Chicago, der offiziell seit einigen Jahren Willis Tower heißt, zu erwerben. Wie die "Financial Times" berichtet, will das Investmenthaus 1,5 Milliarden Dollar (1,38 Milliarden Euro) für das Gebäude bezahlen, das nach dem neu gebauten One World Trade Center in New York das zweithöchste in den USA ist. Der Deal stehe kurz vor der Unterzeichnung, so die Zeitung mit Verweis auf Personen, die mit der Transaktion vertraut seien.

Nach Darstellung der FT fällt der Verkauf in eine Zeit, in der Büroflächen in den Innenstädten der großen US-Metropolen wieder begehrter werden und die Leerstände zurückgehen. Wahrzeichen wie das Empire State Building in New York sowie der Willis Tower zögen zudem bis zu einer Million Touristen pro Jahr an. Auch damit könne der Besitzer Geld verdienen.

Der Willis Tower in Chicago ist mit 442 Metern das zweithöchste Gebäude der USA und das zehnhöchste weltweit. Der Wolkenkratzer war ursprünglich nach dem US-Einzelhandelskonzern Sears Roebuck benannt worden, der den Bau Anfang der 1970er Jahre in Auftrag gegeben hatte. 1992 zog Sears Roebuck allerdings aus dem Objekt aus, 2003 endete das Namensrecht des Unternehmens an der Immobilie.

Einige Jahr später bezog der Londoner Versicherungskonzern Willis Group Räumlichkeiten in dem Hochhaus. Gleichzeitig sicherte sich das Unternehmen die Namensrechte, so dass das Gebäude im Jahr 2009 in Willis Tower umbenannt wurde. Die Namensänderung stieß in der US-Öffentlichkeit sowie beim Sears-Konzern auf Ablehnung. In der Alltagssprache der Amerikaner heißt der Wolkenkratzer bis heute Sears Tower.

Zuletzt wechselte der Eigentümer des Objektes im Jahr 2004, so die FT. Seinerzeit verkaufte die Versicherungsgruppe Metlife das Hochhaus für 840 Millionen Dollar an eine Investorengruppe um Joseph Chetrit, einen gebürtigen Marokkaner, der heute als Immobilieninvestor in New York lebt. Diese Investoren können sich nun auf einen erklecklichen Gewinn freuen.

Der Preis von 1,5 Milliarden Dollar dürfte die Debatte um eine mögliche Überhitzung am US-Immobilienmarkt weiter anheizen. Angesichts niedriger Zinsen wurden in jüngster Zeit wiederholt ambitionierte Preise gezahlt, so die FT. Analysten zufolge ist der Markt allerdings längst nicht so hoch bewertet wie zu Zeiten der Immobilienblase in den Jahren 2006 und 2007.

Zudem dürften die Verantwortlichen bei Blackstone in der Lage sein, den Wert der Immobilie einzuschätzen. Mit einem Portfolio von 81 Milliarden Dollar ist das Unternehmen der größte Immobilien-Investor der Welt, so die FT. Blackstone-Immobilienchef Jon Gray gelte zudem als potenzieller Kandidat für die Unternehmensspitze von Blackstone insgesamt.

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