Montag, 27. Mai 2019

Parkplatz-Apps Vor dem Ausparken noch rasch den Parkplatz versteigern

Lombard Street in San Francisco: Die Suche nach Parkraum treibt in der Stadt skurille Blüten - zuweilen wird ein Parkplatz per App weiterverschachert

Den ergatterten Parkplatz vor dem Wegfahren noch schnell über eine Smartphone-App für 20 Dollar verschachern: Diese Praxis wurde in San Francisco nun von einem Richter gestoppt. Hierzulande rechnen Anbieter von Parkplatz-Apps jedoch nicht mit einem Verbot.

San Francisco/Hamburg - Parkplätze sind begehrt - besonders in Innenstädten. Diese Tatsache haben sich die Macher sogenannter Parking-Apps zu Nutze gemacht, über die sich Autofahrer gegenseitig Hinweise über zur Verfügung stehende Flächen geben und diese zum Teil auch vermieten können.

Doch deren Treiben hat die Stadt San Francisco jetzt - zumindest teilweise - ein Ende gesetzt, wie US-Medien berichten. Die Stadt verbietet den Betreibern von MonkeyParking, über ihre App öffentliche Parkplätze zu versteigern. Ein Vorgehen, das in der Tech-Metropole San Francisco weit verbreitet war und mit dem ein Nutzer pro Parkplatz angeblich teilweise mehr als 20 Dollar verdienen konnte.

Gibt die App "MonkeyParking" nicht bis zum 11. Juli das Auktionsgeschäft mit öffentlichen Parkplätzen auf, droht ihr eine Klage.

Das Vermieten oder Verlesasen "jedweder Straße oder jeden Gehwegs" sei illegal - sowohl für Firmen als auch für Privatpersonen, stellte die Stadt klar. Sie forderte Apple Börsen-Chart zeigen auf, MokeyParking aus ihrem AppStore zu verbannen, da durch die Apps ein "räuberischer Markt" für Parkraum entstehe.

MonkeyParking, Sweetch und ParkModo müssen aus dem AppStore

Auch die App Sweetch, über die sich Autofahrer für eine Gebühr von jeweils fünf Dollar freie Parkplätze zuschanzen können und dafür mit vier Dollar honoriert werden, sowie die App ParkModo bekamen Ärger mit der Stadt. ParkModo bietet Fahrern demnach 13 Dollar pro Stunde, wenn sie mit ihrem Wagen Parkplätze in San Franciscos Mission District blockieren, die ParkModo dann über seine App weiterverkauft.

Der App-Betreiber Sweetch reagierte verständnislos auf die Entscheidung der Stadt. "Wir verstehen wirklich nicht, wieso sie uns dichtmachen wollen", erklärte Sweetch-Gründer Hamza Ouazzani Chandi. "Wir versuchen das enorme Parkplatzproblem zu lösen." Schließlich sorgten Parkplatzsuchzeiten von 20 Minuten für Umweltbelastungen und trügen fast ein Drittel zur Verstauung der Innenstädte bei.

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