Zur Ausgabe
Artikel 12 / 16
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel

Vom großen Unterschied zwischen Gewinnen und liquiden Mitteln Wieviel Geld ist in der Firmenkasse?

Die Umsätze klettern stürmisch; nie waren die Aussichten der Maschinenfabrik Meyer besser. Doch die Bank, die Meyer neuen Kredit gewähren soll, um das erwartete explosive Wachstum zu finanzieren, dreht den Geldhahn zu: Das Unternehmen werde nicht genügend verdienen, um Zins und Tilgung zu bestreiten. Wie konnte die Geschäftsleitung der Firma Meyer die künftige Liquidität so falsch einschätzen? Der Grund: Die finanziellen Größen, die gewöhnlich verwendet werden, um den Cash-flow zu messen - Reingewinn plus Abschreibungen oder Gewinn vor Zinsen und Steuern - , sind nur bei mäßig wachsenden Umsätzen ein wahrheitsgetreuer Maßstab. Schießt der Absatz plötzlich in die Höhe, geben diese Indikatoren die wirkliche Zahlungsfähigkeit zu hoch an; umgekehrt klingelt bei einer Rezession mehr Geld in der Kasse, als das Management nach den üblichen Solvenzkriterien erwarten würde. Der Autor stellt ein neues Konzept vor, den sogenannten operativen Netto-Cash-flow zweiter Ordnung, der wesentlich präziser angibt, wieviel liquide Mittel ein Unternehmen in Zukunft haben wird, um seine Schulden zu begleichen. In verschiedenen Szenarien spielt er für drei Unternehmenstypen (einen Industrie-, einen Handels- und einen Dienstleistungsbetrieb) die Auswirkungen von stetiger Umsatzentwicklung, explosivem Wachstum und unerwartet schrumpfendem Absatz auf den Cash-flow durch. Abschließend prüft der Verfasser, welche Folgen in diesen Rechenmodellen geringere Umsatzaufwendungen und ein schnellerer Debitoren-, Lager- und Kreditorenumschlag für die Solvenz eines Unternehmens haben.
aus Harvard Business manager 4/1987
James McNeill Stancill
Zur Ausgabe
Artikel 12 / 16
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel