Antonia Götsch

Lead Forward Wie weit sind wir eigentlich gekommen?

Antonia Götsch
Von Antonia Götsch Chefredakteurin des Harvard Business managers
Im Alltag ist es oft schwer, ein Gefühl dafür zu entwickeln, wie weit wir gekommen sind. Gerade, wenn die Prozesse eingespielt sind und es keine großen Spitzen, sondern eher einen Produktionsflow gibt. Es gibt eine Sache, die mir oft fehlt: Das Gefühl, etwas klar und deutlich abzuschließen.

Liebe Leserin, lieber Leser,

"Noch knapp vier Wochen bis Weihnachten?" Ich war entsetzt, als ich neulich feststellte, dass dieses Jahr schon fast wieder vorüber ist. Es war ein prallvolles Jahr: Wir haben ein neues IT-System eingeführt, drei neue Kolleginnen an Bord geholt, ein Teammitglied in den Ruhestand verabschiedet, Rollen gewechselt, einen Newsletter gestartet, zwölf Magazine und eine Sonderausgabe geplant, bearbeitet und veröffentlicht. Wow!

Im Alltag ist es oft schwer, ein Gefühl dafür zu entwickeln, wie weit wir gekommen sind. Wir haben gut eingespielte Prozesse beim Harvard Business manager, viel bessere, als ich es bei anderen Medien erlebt habe. Meist arbeiten wir an drei Ausgaben gleichzeitig: Wir planen die eine – während wir die andere bearbeiten – und die dritte mit finalen Schritten abschließen. Das bedeutet: Es gibt keine großen Spitzen, sondern eher einen Produktionsflow. So wie es ein Prozessberater empfehlen würde. Ich finde das gut. Aber es gibt eine Sache, die mir fehlt: Das Gefühl, etwas klar und deutlich abzuschließen.

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Diese Sehnsucht hat sich durch die hybride Zusammenarbeit noch einmal verstärkt. Ich erinnere mich genau, wie wir im Juni zum ersten Mal wieder eine Miniwand aufhängten. So nennen wir in der Redaktion kleine Ausdrucke jeder Doppelseite, die wir in der richtigen Reihenfolge aufhängen. Die Miniwand hilft nicht nur, Fehler und Doppelungen zu entdecken. Zum ersten Mal seit Langem stellte sich bei mir wieder ein Gefühl von Abschluss ein: Wow – das haben wir gestaltet. Eine ganze Wand voller Papier machte den Ertrag unserer Arbeit für mich sofort spürbar, anders als die digitale Ausgabe, die ich sonst einfach schnell durchklicke.

Haben Sie Zeit zur Besinnung?

Auch wenn ich aufs Jahr zurückblicke, fehlt mir manchmal der Abschluss. Bei uns sind die Wochen vor Weihnachten besonders hektisch. Wenn mir irgendwelche Zeitschriften was von Keksen und Besinnung erzählen, möchte ich die Autoren mit Spekulatius bewerfen. Darüber diskutierte ich neulich mit meinem Kollegen Lukas, der genau dazu gerade ein Webinar vorbereitet (mehr dazu unten) – und deswegen unter Strom steht.

Gleichzeitig verspüre ich eine große Sehnsucht danach, innezuhalten und wertzuschätzen, was erreicht und abgeschlossen ist. Gerade in einem Jahr wie 2022, wo wir ständig umsteuern mussten, Krankheiten überbrückten, Feuerwehraufgaben die große Agenda immer wieder verdrängten. (Ich hätte Anfang des Jahres nicht geahnt, dass ich mit meinen Kolleginnen und Kollegen einmal würde prüfen müssen, ob wir wegen steigender Energiepreise weiter drucken können).

Deshalb habe ich einen Kollegen gebeten, mit mir einen Teamworkshop zu organisieren, um das Jahr noch mal bewusst abzuschließen. Folgende Fragen würde ich gern in die Gruppe hineintragen:

  • Auf welches Ergebnis bist du besonders stolz?

  • Was hat dich Kraft gekostet?

  • Wer hat dir Kraft gegeben?

  • Was hat dich in diesem Jahr besonders glücklich gemacht? Wovon würdest du gern mehr machen?

Haben Sie noch eine Frage, die Sie mir empfehlen können? Dann bitte schnell antworten an chefredaktion@harvardbusinessmanager.de oder einfach auf Reply drücken. Der Workshop ist schon am Donnerstag.

Und noch ein Tipp: Wenn Sie ebenfalls das Bedürfnis nach Abschluss und Aufbruch verspüren, kommen Sie doch mit ins Webinar "Aufgeräumt ins neue Jahr starten" von manage › forward, das mein Kollege Lukas vorbereitet hat. Executive Coach Michael Obert erklärt anhand wissenschaftlich fundierter Erkenntnisse und mit vielen praktisch anwendbaren Impulsen, wie wir einen guten Jahresabschluss gestalten und mit Energie ins neue Jahr starten. Das Webinar findet an zwei Terminen statt: Dienstagabend, 6.12, oder Donnerstagmittag, 8.12. Hier können Sie sich kostenlos anmelden.

­Herzliche Grüße,
Antonia Götsch
Chefredakteurin Harvard Business manager

Ausgabe Dezember 2022

Warum so zynisch?

Misstrauen zerstört die Zusammenarbeit. Wie Führungskräfte umsteuern.

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