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Wenn's nur keiner merkt

aus Harvard Business manager 12/2005

Haben Sie auch manchmal Selbstzweifel? Halten Sie immer häufiger die anderen für erheblich gewitzter und fähiger? Glauben Sie möglicherweise in Ihrem tiefsten Inneren, nicht gut genug zu sein für den Job, und fragen Sie sich, wie lange Sie mit Ihrem Bluff noch durchkommen?

Hoppla! Tut mir Leid. Bitte entschuldigen Sie die unverschämten Fragen. Sie haben die Sache natürlich im Griff. Sie freuen sich auf jede Herausforderung und nehmen engagiert, aber gelassen neue Projekte in Angriff. Aber vielleicht kennen Sie ja jemanden, einen guten Freund vielleicht, den die Angst plagt, als Blender zu gelten, der nur darauf wartet, eines Tages als Hochstapler enttarnt zu werden.

Derjenige befände sich vermutlich in guter Gesellschaft. Für den Psychoanalytiker und Insead-Professor Manfred Kets de Vries jedenfalls ist die so genannte Hochstapler-Neurose ein weit verbreitetes Phänomen. Männer und Frauen sind gleichermaßen betroffen. Führungskräfte auf allen Ebenen eines Unternehmens zeigen die Symptome. Sie glauben, dass sie ihren Erfolg nicht verdienen. Sie halten sich für Scharlatane, leben in ständiger Angst vor Entlarvung und betrachten es als reines Glück, dass die anderen noch nicht gemerkt haben, dass sie gar nicht das Zeug zu ihrem Job haben.

Kets de Vries geht in seinem Beitrag den Ursachen dieser Neurose nach. Er beschreibt, wie die Betroffenen ihre eigene Karriere ruinieren, aber auch - als Topmanager - den Erfolg des gesamten Unternehmens aufs Spiel setzen können. Der Psychoanalytiker zeigt allerdings auch Auswege aus der Neurose auf. Er benennt einfache Hilfsmittel, mit denen Manager und Mitarbeiter sich und andere prüfen können. Denn idealerweise entwickelt sich diese Schattenseite so mancher talentierten Führungskraft eben nicht zu einer Krankheit. Unsere Titelgeschichte, "Die Angst, als Blender zu gelten", beginnt auf Seite 20.

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