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Was ist ... ... RSS?

Eine wachsende Zahl von Unternehmen nutzt die Möglichkeiten des Kommunikationsmittels RSS (Really Simple Syndication), einer einfachen Methode, um Informationen über das Internet zu verbreiten.
aus Harvard Business manager 8/2004

Sie haben Post! Genau 241 neue Nachrichten. Leider sind nur drei E-Mails echte Korrespondenz und zwei von Ihnen abonnierte Newsletter. Der Rest ist Datenmüll, kurz Spam genannt.

Für die Marketingstrategen von Unternehmen, seien es Automarken, oder Versandhändler, ist das ein Problem. Experten schätzen, dass 10 bis 20 Prozent aller gewünschten Marketingbotschaften in der Datenflut schlicht übersehen werden - oder Spam-Filtern zum Opfer fallen.

Eine wachsende Zahl von Unternehmen, wie Microsoft und IBM, nutzt deshalb die Möglichkeiten des neuen Kommunikationsmittels RSS (Really Simple Syndication), einer einfachen Methode, um Informationen über das Internet zu verbreiten. Firmen senden Neuigkeiten und Ankündigungen dabei nicht mehr als E-Mail. Stattdessen wird der Kunde selbst aktiv. Er holt sich die Daten mithilfe eines speziellen Programms selbst ab. So ein Abo kann er wie ein Radio selbst ein- und ausschalten.

Der Vorteil: RSS ist extrem flexibel und einfach. Spam ist ausgeschlossen, Viren können nicht übertragen werden, und die Nutzer bekommen exakt die Information, die sie haben wollen.

Ein RSS-Feed, wie ihn beispielsweise das Nachrichtenmagazin Spiegel Online anbietet, enthält kurze Info-Schnipsel aus Überschrift plus kurzer Zusammenfassung, ohne das Layout der SPIEGEL-Webseite. Zusätzlich wird die Web-Adresse übermittelt, unter welcher der vollständige Text erreichbar ist.

Das deutsche RSS-Verzeichnis führt derzeit etwa 8500 solcher Datenströme, Feed genannt: So informiert das Bundesverwaltungsgericht über neue Urteile und der Softwarekonzern Microsoft über Neuigkeiten für Entwickler. Grundsätzlich lässt sich jede Form von Information übermitteln, ob Preise, Wetterberichte, Messetermine, Jobangebote oder Pressemitteilungen. Allerdings werden heute vorwiegend Nachrichten übermittelt. Doch künftig werden die Angebote weiter ausgebaut. Heute können sich Tüftler schon mitteilen lassen, wann ein bestimmtes Produkt bei Ebay angeboten wird. Das Verwalten komplexer Mailinglisten entfällt damit für die Unternehmen.

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Zudem lassen sich RSS-Feeds in ein beliebiges Webseiten-Layout integrieren - ob persönliche Nachrichtenportale oder Intranets von Unternehmen. Der Vorteil für Anbieter wie Spiegel Online: Die Nutzer erzeugen zusätzliche Verweise auf die Webseite. Das zieht neue Leser an. Denn wer den gesamten Text lesen will, wird immer wieder auf das Original verwiesen. Damit bekommt das Prinzip Mundpropaganda eine technische Basis.

Erste Firmen wie Disney nutzen nun die Technik, damit sich Manager und Mitglieder von Arbeitsgruppen über den aktuellen Stand interner Projekte informieren können. Und spätestens ab 2006 ist RSS Standard der Nachrichtenübermittlung: Dann ist es Teil des Windows-Betriebssystems.

Weiterführende Informationen zu Geschichte, Technologie und Anwendung bieten folgende Internetadressen:

www.rss-verzeichnis.de

www.eevl.ac.uk/rss_primer/

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