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Von Schöpfern und Zerstörern lernen

Spannende Geschichten von Unternehmern, die mit ihrer Geschäftsidee etwas bewegt haben.
aus Harvard Business manager 4/2004

Was für Menschen waren Unternehmensführer wie Jakob Fugger, Nathan Rothschild und Beate Uhse? Welche Fehler haben sie gemacht? Was waren ihre größten Erfolge?

Auf der Suche nach Antworten brechen Autoren und Redakteure der Wochenzeitung "Die Zeit" zu einer Reise auf. Sie beginnt im mittelalterlichen Florenz bei dem Bankier Cosimo de' Medici, der - auch mittels Intrigen und Erpressung - das erste Bankenimperium der Welt schuf. In diesem und rund 40 weiteren Managerporträts stellen die Autoren Menschen vor, die mit ihrer Geschäftsidee die Welt ein Stück verändert haben.

Wer hätte gedacht, dass sich schon im 17. Jahrhundert Thomas Smythe von der East Indian Company mit der Steuerung seines "globalisierten" Konzerns herumschlagen musste? Er erkannte, wie wichtig internationale Netzwerke für seine Geschäfte waren. Und so ging er Adligen verschiedenster Nationalität um den Bart, damit sie seine Handelsflotten finanzierten.

Mit vergleichsweise bescheidenen Mitteln baute Matthias Hohner rund 450 Jahre später sein Mundharmonika-Imperium auf. Der Schwabe sprach kein Englisch, war aber überzeugt von seinen Chancen auf dem US-Markt. Zu Recht. Am Ende exportierte er 96 Prozent seiner jährlichen Produktion von drei Millionen Stück in die USA.

Am anderen Ende der Welt lernten sich kurz nach der Niederlage der Japaner im Zweiten Weltkrieg die Sony-Gründer Masaru Ibuka und Akio Morita kennen. Eine tiefe Abneigung gegen die Amerikaner trieb die beiden Tüftler zu Höchstleistungen. Das erste Transistorradio war nach einigen Produktflops der Lohn für ihre Mühen.

Auch die jüngere Geschichte bietet Stoff für Managerlegenden. Etwa die des Espressoliebhabers Howard Schultz: Er wollte die USA mit einem Netz von Kaffeebars überziehen. Weil Starbucks seine Vision nicht verstand, kündigte er dort und gründete seine eigene Ladenkette, Il Giornale. Einige Jahre später war er so erfolgreich, dass er Starbucks kurzerhand kaufte.

Aus diesen Biografien zehn allgemeine Muster erfolgreichen unternehmerischen Handelns herauszukristallisieren, wie die Autoren das im ersten Kapital getan haben, erscheint etwas gewollt. Denn das Buch zeigt gerade, wie schwer sich Rezepte verallgemeinern lassen. Lassen Sie sich dennoch nicht abschrecken, überspringen Sie die ersten 20 Seiten und schmökern Sie in der Vielfalt der unterhaltsamen Anekdoten aus dem Leben bedeutender Unternehmer.

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Heuser, Uwe J.; Jungclaussen, John F. (Hrsg.)

Schöpfer und Zerstörer

Rowohlt, Reinbek 2004, 284 Seiten, 12 Euro

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