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Vom Workaholic zum authentischen Manager

Ein Buch, das Führungskräften Hintergrundwissen liefert, um das Gleichgewicht zwischen Arbeit und Leben zu finden.
aus Harvard Business manager 12/2004

Der Mensch ist mehr als ein Geld verdienendes Wesen." Diese Mahnung von Friedrich Nietzsche scheinen viele Manager vergessen zu haben, die 60 Stunden und mehr pro Woche in ihrer Firma verbringen. Wer glaubt, jahrelang am Limit arbeiten zu können, ohne sich über irgendeine Art des Ausgleichs Gedanken zu machen, tut sich selbst und seiner Firma keinen Gefallen: Denn der Burn-out droht. Die eine oder andere Führungskraft will dem vorbeugen und greift zu einem der vielen Ratgeber aus der Ecke "Work Life Balance". Doch in diesen Büchern preisen die Autoren leider meist nur simple, eindimensionale Zeitmanagement-Techniken als vermeintlich probate Mittel an, Beruf und Privatleben in Einklang zu bringen.

In Wirklichkeit hat das Problem viel mehr Facetten. Eine der wenigen ernst zu nehmenden Auseinandersetzungen mit dem Thema Work Life Balance liefert ein Autorenteam aus Medizinern, Psychologen, Unternehmensberatern und Personalverantwortlichen. Ihr Buch behandelt das Spannungsfeld Beruf und Familie genauso wie das Verhältnis zwischen Erfolg und Respekt, Leistung und Gesundheit. Dabei geht es ihnen nicht darum, Patentrezepte zu verkaufen. Sie wollen vielmehr die Hintergründe bestimmter Phänomene klären.

So lässt sich nach Ansicht des Psychotherapeuten Hans Jellouschek das jahrhundertealte Bild des "Arbeitsmannes" und der "Familienfrau" nicht innerhalb von Jahrzehnten aus den Köpfen löschen - selbst wenn heute gesellschaftlicher Konsens darüber besteht, dass angesichts des demografischen Wandels mehr Frauen in den Unternehmen wichtig wären.

Die Autoren vermitteln auch das medizinische Grundwissen, damit Manager die eigene Leistungsfähigkeit erhalten können. Denn Stresssituationen lassen sich im Alltag von Führungskräften nun mal nicht vermeiden. Wohl aber durch sie ausgelöste Schäden, die in Kombination mit ungesunder Lebensweise auftreten.

Nach dem Motto "Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung" legen die Autoren Wert darauf, dass der Leser sich seiner eigenen Bedürfnisse bewusst wird: Welche Karriere strebe ich an? Wie viel bin ich bereit für meine Gesundheit zu tun? Welche Rolle will ich in der Familie übernehmen? Wer wisse, welche Ziele er erreichen wolle und wie weit er davon noch entfernt sei, sei auch als Manager authentischer und könne seine Mitarbeiter besser führen, schreibt etwa Hartmut W. Kieven, ehemaliger Geschäftsführer von Jaguar Deutschland. Zu dieser persönlichen Standortbestimmung bietet das Buch in fast jedem Kapitel Anleitungen und Fragebögen.

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