Antonia Götsch

Lead Forward Vier Fragen, die Sie guten Mitarbeitern stellen sollten

Nicht der Arbeitsvertrag bis zur Rente, sondern Entwicklungsmöglichkeiten sind das neue Sicherheitsnetz für junge Talente. Führungskräfte müssen ihre eigene Rolle daher neu definieren.

Liebe Leserin, lieber Leser,

was bedeutet Sicherheit? Vielleicht haben Sie in Ihrer Jugend noch gehört, eine Banklehre sei sicher oder der Job beim größten Arbeitgeber in der Region. Heute suchen Talente nach einer anderen Art von Sicherheit. Sie wollen die Gewissheit haben, dass sie sich entwickeln können. "Sicherheit bedeutet für die jüngeren Generationen, dass ein Unternehmen und seine Führungskräfte in ihre Kompetenzen, ihre Talente und ihre Stärken investieren", sagt Tammy Erickson, Professorin an der London Business School. Vergangene Woche hatte ich die Gelegenheit, sie beim Global Drucker Forum  in Wien zu erleben.

Diese Form der Sicherheit ermöglicht mehr Autonomie und Spielraum als ein Arbeitsplatz bis zur Rente. Wer lernt, bleibt interessant für den Arbeitsmarkt – und kann zu seiner großen Liebe nach Kassel ziehen oder den Traum verwirklichen, ein Jahr im Ausland zu leben, ohne sich Sorgen um seinen beruflichen Werdegang machen zu müssen.

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Wertschätzung und Karriereentwicklung werden damit zu den wichtigsten Aufgaben für Chefs und Chefinnen. Ich habe nochmal bei Marcus Buckingham nachgelesen, was wir als Führungskräfte konkret dafür tun können, damit Menschen sich gesehen fühlen und entfalten können. Buckingham empfiehlt in seinem Buch und Artikel "Lieben Sie Ihre Arbeit?", jedem Teammitglied jede Woche oder spätestens alle zwei Wochen vier Fragen zu stellen:

• Was hat Ihnen vergangene Woche besondere Freude gemacht?

• Was war Ihnen zuwider?

• Was sind Ihre Prioritäten für die kommende Woche?

• Wie kann ich Sie optimal unterstützen?

Es scheint übrigens gar nicht so wichtig zu sein, ob die Fragen persönlich, telefonisch oder per E-Mail gestellt und beantwortet werden. Wichtig ist, sie zu stellen.

Nachlesen: Wenn Sie ihn noch nicht kennen, empfehle ich Ihnen den Artikel "Lieben Sie Ihre Arbeit"  von Marcus Buckingham. Er beschreibt, wie Ihre Mitarbeiter ihre Arbeit schätzen, wenn nicht sogar lieben können.

Haben Sie unsere Anleitung für 1:1 Gespräche schon entdeckt, die wir gerade erst veröffentlicht haben? Im Text "Jetzt habe ich Zeit für Sie"  finden Sie viele Tipps, wie Sie Gespräche mit Ihren Mitarbeitenden verbessern können. Ich habe mir vorgenommen, einige der Ideen darin direkt umzusetzen.

­Herzliche Grüße,
Antonia Götsch
Chefredakteurin Harvard Business manager

Ausgabe Dezember 2022

Warum so zynisch?

Misstrauen zerstört die Zusammenarbeit. Wie Führungskräfte umsteuern.

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