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Forum Unglaublicher Fauxpas

Zur Fallstudie "Tempo oder Qualität?" von Tom Cross, Juni 2011
aus Harvard Business manager 8/2011

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Kanada hat einen wichtigen Roboterarm für die Internationale Raumstation ISS gebaut. Doch beim ersten öffentlichen Einsatz im Weltall versagt die Technik. Hat die Projektmanagerin der Raumfahrtbehörde die beteiligten Unternehmen zu stark unter Druck gesetzt?

In einem Entwicklungsprojekt, in dem es um komplexe Technik geht und wirklich Neuland (zumindest für die, die das Projekt durchführen) betreten wird, halten die Beteiligten das magische Dreieck Zeit, Budget und Qualität in den seltensten Fällen ein. Da in dem Reach-Projekt der Endtermin fix war, hätte ein intelligenter und erfahrener Projektleiter das Projekt in seiner Anlage schon so gestalten müssen, dass er im Notfall bei der Funktionalität und Performance Abstriche machen kann, um den Termin zu halten und gleichzeitig nicht das Gesamtprojekt zu gefährden. Zuverlässigkeit muss bei solch einem Projekt die oberste Priorität nach der Sicherheit haben. Es ist inakzeptabel, den Astronauten ein nicht funktionstüchtiges Gerät zur Verfügung zu stellen. Besser ist es, ein zuverlässiges Gerät mit eingeschränkter Performance zu haben. Astronauten leben und arbeiten in extremen Situationen, da muss das Gerät auch unter extremen Bedingungen getestet worden sein. Dass Reach bei der Kundenpräsentation und -übergabe nicht funktioniert, ist ein unglaublicher Fauxpas.

Offensichtlich wurden Quality Gates weder sauber definiert noch ordentlich durchgeführt. Für mich macht das Projekt den Eindruck, als sei es schlampig geplant und dilettantisch durchgeführt worden. Am Schluss dürfen sich dann die Astronauten mit diesem Schrott herumärgern und müssen die Schlampereien auf der Erdoberfläche im Weltall ausbaden - völlig inakzeptabel.

Matthias Hofmann, Hamburg, via Xing

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