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Kommunikation Isolieren Sie sich nicht

Warum Topmanager weniger reden, sondern mehr Fragen stellen und zuhören sollten.
aus Harvard Business manager 7/2017
GIRAFFES IN EVENING LIGHT Masai Mara, 2006, aus der Serie "A Shadow Falls Pt. 1"; Fotografie von Nick Brandt, Courtesy of Galerie Camera Work, Berlin

GIRAFFES IN EVENING LIGHT Masai Mara, 2006, aus der Serie "A Shadow Falls Pt. 1"; Fotografie von Nick Brandt, Courtesy of Galerie Camera Work, Berlin

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MirageC / Moment RF / Getty Images

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Als CEO eines großen oder auch eines kleinen Unternehmens müssen Sie erkennen, wann ein radikaler Richtungswechsel erforderlich ist; das ist Ihre wichtigste Aufgabe. Sie sind die einzige Person, die einen neuen Kurs vorgeben kann. Doch Ihre Machtposition  schneidet Sie mehr als alle anderen im Unternehmen von entscheidenden Informationen ab – Informationen, die Ihre Annahmen infrage stellen und es Ihnen ermöglichen würden, Bedrohungen und Chancen zu erkennen. So paradox es klingen mag: Die Herausforderungen Ihrer Spitzenposition können Sie nur bewältigen, wenn Sie sich aus Ihrer Position an der Spitze befreien.

Walt Bettinger, Chef des Onlinebrokers Charles Schwab, bezeichnet dieses Dilemma als die größte Herausforderung seines Jobs. "Die Leute sagen Ihnen nur das, was Sie ihrer Meinung nach hören wollen, und sie haben Angst, Ihnen Dinge zu sagen, die Sie womöglich nicht hören wollen", beschreibt Bettinger die beiden Ausprägungsformen des Problems. Grundsätzlich betreffe das Thema alle Führungsebenen, an der Unternehmensspitze zeige es sich Bettinger zufolge aber am stärksten.

Nandan Nilekani, Mitgründer des IT-Dienstleisters Infosys und hochrangiger Vertreter der indischen Regierung, weiß, wie gefährlich dieses Phänomen ist. "Als Führungskraft können Sie sich in einen Kokon zurückziehen, in dem es nur gute Nachrichten gibt. Jeder sagt Ihnen: 'Alles in Ordnung. Kein Problem.' Und einen Tag später läuft alles aus dem Ruder." Während interne Probleme nur schwer in den CEO-Kokon vordringen können, ist es für Signale von außerhalb des Unternehmens sogar praktisch unmöglich – besonders für schwache Frühwarnsignale. In einer Zeit, in der sich das Markt- und Wettbewerbsumfeld schnell verändert, stellt dies ein echtes Problem dar. Wenn sich eine grundlegende Veränderung abzeichnet, sind die ersten Anzeichen in der Regel in wenig eindeutigen Ereignissen am Rand des Markts zu finden.

Kompakt

Das Problem

Macht und Prestige schneiden die meisten CEOs von wichtigen Informationen ab, die sie auf Chancen und Gefahren hinweisen könnten. Innovative Topmanager müssen deshalb Mauern um sich herum einreißen, indem sie Kontakt zu einer breiten Palette an Personengruppen pflegen und die ausgetretenen Pfade verlassen.

Die Lösung

Diese CEOs suchen bewusst Situationen, in denen sie sich überraschend irren können, sich ungewohnt unwohl fühlen und untypisch still sind. Das hilft ihnen, die richtigen Fragen zu stellen, unbekannte Felder zu erschließen und wichtige, aber schwache Signale aufzufangen.

Ich habe in den vergangenen Jahren mehr als 200 Forschungsinterviews mit ranghohen Managern geführt und bin kaum jemandem begegnet, der das Gefühl hatte, nicht von diesem Problem betroffen zu sein (das gilt auch für Gründer relativ kleiner Unternehmen). Interessanter ist aber, dass in besonders innovationsstarken Unternehmen die Chefs sich auf diese Schwierigkeiten eingestellt haben und an Lösungen arbeiten. Diese Manager bemühen sich nach Kräften, die Mauern um sich herum einzureißen. "Wenn Sie in Ihrem Büro gefangen sind, müssen Sie einen Weg finden, auszubrechen", sagt Amazon-Gründer Jeff Bezos . Genau das tun diese Unternehmenslenker. Sie suchen bewusst ungewohnte Situationen, in denen sie auf Unerwartetes stoßen. Sie verlassen die ausgetretenen Pfade und decken dabei schwierige neue Fragen auf, die wichtige Erkenntnisse zutage fördern.

Die richtigen Fragen stellen

Hartnäckige CEOs bekommen eigentlich immer die Informationen, die sie suchen – vielleicht nicht ganz so schnell, wie sie es gern hätten, aber letztlich bekommen sie sie. Schwieriger ist es, Informationen zu finden, die sie nicht suchen, weil sie gar nicht wissen, dass sie sie brauchen. Das betrifft leider nicht nur ein paar wenige undurchsichtige Bereiche in leistungsschwachen Unternehmen. Oft geht es um sich abzeichnende Entwicklungen, die das Potenzial haben, das gesamte Wettbewerbsgefüge zu verändern.

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