Zur Ausgabe
Artikel 9 / 17
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel

Was Manager vom juristischen Denken lernen können Symptome oder echte Probleme?

Auf den ersten Blick ist es eine provokante Fragestellung: Was kann der Manager von juristischem Denken lernen? Ist es nicht der Jurist, der den Manager an der Erfüllung seiner Ziele hindert? Ist es nicht der Manager, der sich über mangelndes ökonomisches Verständnis seines juristischen Gegenüber beklagen muß? Sind es nicht immer die Juristen, die unter Zitierung von Paragraphen und richterlichen Entscheidungen meinen, dies oder jenes "geht nicht", obwohl es technisch und wirtschaftlich nicht nur realisierbar, sondern vom Standpunkt des Wettbewerbes für das Unternehmen sogar dringend erforderlich wäre, um einen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz zu erzielen? Verbergen sich hinter den vorgebrachten "Sachargumenten" nicht vielmehr Statuskämpfe und Rivalitäten innerhalb der Führungshierarchie in den Unternehmen zur Frage, wer für eine getroffene Entscheidung die Verantwortung zu tragen hat oder wer das letzte Sagen bei der Entscheidungsfällung innehat? Ist es nicht vielmehr das Gemeinsame, welches für die Gegensätze zwischen Juristen und Managern verantwortlich zeichnet, die unterschiedliche Beurteilung von Entscheidungssituationen aufgrund verschiedener Denkstrukturen und Methoden der Entscheidungsfindung bei der Lösung eines konkreten Problems?
aus Harvard Business manager 3/1982
Bernd Helmut Kortschak
Zur Ausgabe
Artikel 9 / 17
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel