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Finanzen Nachhaltigkeit zahlt sich aus

Ihr Finanzchef ist skeptisch, ob Ihr Unternehmen in Umweltschutz investieren sollte? Dann sprechen Sie die Sprache, die er versteht: Reden Sie über Geld und potenzielle Gewinne.
aus Harvard Business manager 4/2021
Foto: STEPHEN LENTHALL

Die meisten Unternehmen bemühen sich heute um Nachhaltigkeit. Sie verpflichten sich, mehr für den Schutz der Umwelt zu tun, sich stärker gesellschaftlich zu engagieren und auf nachhaltigere Unternehmensführung zu achten. Diese Bemühungen sind inzwischen eine Grundvoraussetzung für erfolgreiches Wirtschaften. Und doch sehen viele Finanzchefinnen und -chefs (CFOs) in Nachhaltigkeitsinitiativen immer noch eher einen Kostenfaktor als eine Quelle der Wertschöpfung. Das erschwert es Unternehmen, die finanziellen Mittel dafür freizugeben.

Die meisten aktuellen Studien zum Thema zeigen eine Korrelation zwischen Nachhaltigkeit und finanziellem Erfolg. Auch unsere Untersuchungen legen nahe, dass sich hinter nicht finanziellen Kennzahlen wie CO2-Emissionen nachhaltigkeitsbezogene Einsparungen und zusätzliche Einnahmen in Höhe von Hunderten Millionen US-Dollar verbergen können. In Großunternehmen können es sogar Milliardenbeträge sein. Warum erkennen so viele CFOs diesen Zusammenhang nicht?

Das liegt zunächst einmal an den unterschiedlichen Vokabeln und Kennzahlen, die sie verwenden: Während Finanzverantwortliche beispielsweise von Ebit (Earnings before Interest and Taxes = operatives Ergebnis) und ROI (Return on Investment = Kapitalrendite) sprechen, arbeiten Nachhaltigkeitsexperten mit Messgrößen wie Abwasser- oder Emissionsreduktion. Erschwerend kommt hinzu, dass Nachhaltigkeits- und Finanzkennzahlen in der Regel getrennt ausgewiesen werden – intern ebenso wie extern. In den derzeitigen Strukturen von Management, Berichtswesen und Rechnungslegung gibt es kaum Verbindungen zwischen diesen beiden Welten.

Kompakt

Das Problem
Viele Finanzchefinnen und -chefs bezweifeln den monetären Nutzen von Nachhaltigkeitsstrategien. Sie glauben nicht, dass CO₂-Reduktionen oder "grüne" Produktionsmethoden Kosten senken und Umsätze steigern. Das erschwert es Unternehmen, in Nachhaltigkeitsinitiativen zu investieren.

Die Lösung
Tatsächlich trägt nachhaltiges Wirtschaften zum finanziellen Erfolg bei. Das Analysetool "Return on Sustainability Investment" (ROSI) hilft, den finanziellen Wert von Nachhaltigkeitsstrategien zu bestimmen. ROSI-Berechnungen in der Auto-, Pharma- und Agrarbranche zeigen, dass Nachhaltigkeit Einsparungen im dreistelligen Millionen-Dollar-Bereich bringen kann.

Das Vorgehen
Für die ROSI-Methode machen Unternehmen zunächst eine Bestandsaufnahme ihrer Nachhaltigkeitsprojekte und finden heraus, welche Methoden und Gewohnheiten sich dadurch geändert haben. Anschließend ermitteln sie den immateriellen und finanziellen Nutzen sowie den monetären Gesamtwert.

Zudem messen nur wenige Unternehmen die Rendite ihrer bestehenden Nachhaltigkeitsinvestitionen hinreichend oder schätzen sorgfältig den Erfolg zukünftiger Ausgaben. Die Gründe hierfür sind vielfältig: unzureichende Kommunikation zwischen den für Nachhaltigkeit zuständigen Personen in verschiedenen Geschäftsbereichen; die Schwierigkeit, den immateriellen Nutzen der Initiativen zu messen; begrenzte Verfügbarkeit von Rechnungslegungssystemen, mit denen sich Nachhaltigkeitskennzahlen erfassen lassen; wenn diese doch gemessen werden, die Verwendung unterschiedlicher Kennzahlen je nach Geschäftsbereich; und schließlich die Überzeugung der Finanzabteilung, dass die monetären Vorteile von Nachhaltigkeit zu gering seien, als dass es sich lohne, ihren Erfolg zu messen.

Je deutlicher indessen der Zusammenhang zwischen Nachhaltigkeit und wirtschaftlichem Erfolg wird, desto mehr steigt der Druck von Anlegern, Boards und Topmanagement, den finanziellen Erfolg der Maßnahmen zu messen und auszuweisen.

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