Ingmar Höhmann

Strategie zum Frühstück Warum jede Führungskraft auch eine Strategin ist

Strategie ist Job des CEOs? Nein, sie geht jeden an, der Verantwortung trägt. Wer Zeit und Ressourcen seiner Mitarbeiter optimal einsetzen will, muss die Unternehmensstrategie verstehen und beeinflussen können.
Illustration: Patrick Mariathasan für Harvard Business Manager

Liebe Leserin, lieber Leser,

ich höre eine Reihe von Management-Podcasts, darunter "Think Fast, Talk Smart" der Universität Stanford. Kürzlich beschrieb dort der Professor und Buchautor Jesper B. Sørensen, worin das größte Missverständnis über Strategie bestehe: Die meisten Manager und Führungskräfte sagten, dass Strategie nicht ihr Job sei.

Das liege daran, so Sørensen, dass in vielen Unternehmen das Bild vorherrsche, die Strategie werde von oben diktiert. "Der CEO gibt die Strategie vor – wie ein Footballcoach, der von der Seitenlinie Anweisungen gibt –, und die Spieler setzen sie dann um."

Warum ist das falsch? Einmal muss sich Strategie ständig anpassen. Wenn der CEO einmal im Jahr eine Strategie verkündet, ist diese meist schon nach Kurzem überholt. Zweitens dient Strategie dazu, Zeit und Ressourcen aller optimal zu nutzen. Deshalb hat jede Führungskraft, die ein Team verantwortet und auch die eigenen Kapazitäten managen muss, gleichsam eine strategische Aufgabe.

Sørensen fordert Managerinnen und Manager auf, sich in die Diskussion über die richtige Strategie im Unternehmen einzumischen. Dazu müssten sie "strategische Argumente" formulieren.

Der Begriff ist hier wichtig: Nur aus dem konstruktiven Austausch logischer Argumente kann dem Forscher zufolge eine gute Strategie entstehen. Eine Strategie ähnelt demnach einer Hypothese über das beste Vorgehen des Unternehmens in der Zukunft. Und je besser und klarer die Argumentation, die hinter der Hypothese steht, desto wahrscheinlicher ist, dass sie in die richtige Richtung weist.

Spezial Strategie

Wollen Sie in Ihrem Unternehmen eine solche Diskussion anstoßen? Wenn Sie sich ein paar strategische Argumente zurechtlegen wollen, empfehle ich Ihnen unsere neue Spezial-Ausgabe zum Thema Strategie. Sie enthält Artikel, die die Managementtheorie und -praxis stark beeinflusst haben, und verschafft Ihnen einen guten Überblick über die Grundlagen des strategischen Managements.

Sie finden die Ausgabe unter diesem Link.

Immer lohnenswert ist der Klassiker "Die fünf Wettbewerbskräfte " von Harvard-Business-School-Professor Michael Porter. Es handelt sich um einen der einflussreichsten Beiträge in der Managementliteratur. Porter erklärt darin, welche Kräfte den Wettbewerb in einer Branche beeinflussen. Wer diese richtig analysiert, kann daraus eine schlagkräftige Strategie ableiten.

Es finden sich auch viele Artikel neueren Datums in der Ausgabe, etwa über aktuelle Methoden der Trendforschung oder Konzepte für Veränderungen in Krisenzeiten. Stöbern Sie mal – es lohnt sich!

Haben Sie einen Text oder einen Lieblingsautoren, zu dem Sie bei strategischen Fragen greifen? Schreiben Sie mir!

Herzliche Grüße
Ingmar Höhmann

Leitender Redakteur Harvard Business manager

PS: Strategie zum Frühstück erscheint alle zwei Wochen, einmal im Monat in Zusammenarbeit mit Alexander Osterwalder, dem CEO von Strategyzer . Hier können Sie den Newsletter direkt abonnieren.

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