Ingmar Höhmann

Strategie zum Frühstück Haben Sie einen Plan B?

Gutes Krisenmanagement beginnt vor der Krise: Unternehmen müssen rechtzeitig neue Geschäftsmodelle aufbauen, die ihnen in schlechten Zeiten Handlungsoptionen eröffnen.
Alexander Osterwalder

Warum zerbrechen manche Unternehmen an Krisen, während andere gestärkt daraus hervorgehen? Die Forschung zeigt, dass erfolgreiche Firmen vor allem gut darin sind, in unsicheren Zeiten ihr Geschäftsmodell anzupassen. Diese Fähigkeit gilt es möglichst früh zu lernen, wenn die nächste Krise noch gar nicht abzusehen ist. Wer in ruhigen Zeiten die Grundlagen legt, kann dann schneller reagieren.

"Die besten Unternehmen sind auf Wirtschaftskrisen vorbereitet, weil sie bereits ein Portfolio von neuen Projekten aufgebaut haben. Sie können sterbende Bereiche schnell durch neue Geschäftsmodelle ersetzen", sagt Strategieexperte Alexander Osterwalder.

Alexander Osterwalder ist ein Schweizer Wirtschaftsinformatiker. Er entwickelte die Business Model Canvas, ein modernes Tool, um Geschäftsmodelle auszuarbeiten.

Alexander Osterwalder ist ein Schweizer Wirtschaftsinformatiker. Er entwickelte die Business Model Canvas, ein modernes Tool, um Geschäftsmodelle auszuarbeiten.

Wie Managerinnen und Manager sich am besten vorbereiten, beschreibt Osterwalder, CEO der Strategieberatung Strategyzer , exklusiv für den Harvard Business manager in einem Videokurs.

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Um gegen Krisen gewappnet zu sein, sollten Unternehmen in ihrer Strategie zweigleisig fahren. Auf der einen Seite geht es darum, bestehende Geschäftsmodelle zu verbessern (exploit), und auf der anderen Seite darum, neue zu erforschen (explore). "Diese zwei Welten sind total unterschiedlich: andere Kulturen, andere Key Performance Indicators, andere Skills, ein anderes Investitionsvorgehen", sagt Osterwalder.

Im ersten Bereich sind Kennzahlen fürs Managen, Planen und Umsetzen wichtig. Das bestehende Geschäft können Managerinnen und Manager linear planen und auswerten. Der zweite Bereich ist dagegen durch Iteration geprägt, hier müssen Führungskräfte messen, ob sie etwas dazulernen. "Nur eines von zehn Projekten schafft es zur Marktreife", sagt Osterwalder. Ziel sei daher schnell herauszufinden, ob das Unternehmen ein Projekt einstellen sollte, weil die Kunden nicht interessiert sind – oder ob sich weitere Investitionen lohnen.

Wie bereitet sich Ihr Unternehmen auf die nächste Krise vor? Haben Sie einen Plan B?

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