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Personal Aussteigen und an Bord bleiben

Beleidigtes Schweigen, lieblose Formulare, ein schneller Händedruck. In vielen Unternehmen verläuft der Abschied lieblos, wenn Mitarbeiter kündigen. Ein Fehler. Denn ehemalige Teammitglieder sind engagierte Talentscouts, Kunden und Mentoren – und werden später vielleicht wieder Teil des Teams.
aus Harvard Business manager 7/2021
Die aus ungewöhnlicher Perspektive aufgenommenen Bilder des Fotografen Tom Hegen gewinnen der oft chaotischen Erfahrung des Reisens ein formale Ordnung ab. Der Begriff des Offboarding existiert sowohl in der Luftfahrt als auch in der Unternehmenskultur.

Die aus ungewöhnlicher Perspektive aufgenommenen Bilder des Fotografen Tom Hegen gewinnen der oft chaotischen Erfahrung des Reisens ein formale Ordnung ab. Der Begriff des Offboarding existiert sowohl in der Luftfahrt als auch in der Unternehmenskultur.

Unternehmen investieren viele Ressourcen und reichlich Zeit, um neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen und ins Team zu integrieren. Über die Gestaltung eines gelungenen Abschieds hingegen machen sich die wenigsten Gedanken. Ein Fehler. Denn Ehemalige können nicht nur zu Kunden werden, sondern auch zu Botschaftern des einstigen Arbeitgebers.

Teammitglieder, die das Unternehmen bald verlassen, werden aber oft kaum noch beachtet. Mit Glück erhalten sie ein flüchtiges Austrittsgespräch, vielfach lediglich Anweisungen zur Übergabe ihrer Projekte und pro forma ein paar Informationen über Leistungen und Hilfen, die ihnen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses zustehen. Nicht selten verhalten sich Vorgesetzte gegenüber scheidenden Mitarbeitern ungeduldig oder unhöflich. Manche werden von ihren Chefs und Kollegen gar wie Verräter behandelt.

Diese Ignoranz ist unklug. Schon bevor die Corona-Pandemie sich weltweit ausbreitete und zum Verlust von Millionen Arbeitsplätzen führte, verzeichnete zum Beispiel der US-Arbeitsmarkt eine zunehmende Veränderungsdynamik. Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit in den USA ist laut Bureau of Labor Statistics (Amt für Arbeitsstatistik – Anm. d. Red.) auf etwa 4,1 Jahre geschrumpft. Auch nach der Pandemie wird die Mitarbeiterfluktuation Prognosen zufolge hoch bleiben. Unternehmen sollten sich daher dem Trennungsprozess deutlich intensiver widmen. Das Offboarding von Teammitgliedern darf nicht mehr nur als zunehmend notwendiger Teil des Talentmanagements betrachtet werden. Unternehmen sollten es vielmehr als Möglichkeit betrachten, langfristigen Wert zu schaffen.

Unternehmensberatungen sind in dieser Hinsicht seit Langem führend. Sie gehen mit scheidenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ähnlich um wie eine Universität mit ihren Absolventen: Sie geben Hilfestellung für den bevorstehenden Wechsel, bereiten den Weg für künftigen Erfolg und bleiben über Alumni-Programme in Kontakt. Der Anreiz für Beratungsunternehmen ist offensichtlich: Aus ehemaligen Beraterinnen und Beratern werden auf diese Weise künftige Mandanten.

Wir sind überzeugt, dass ein ähnlicher Anreiz ebenfalls für Unternehmen anderer Branchen besteht. Schließlich können auch deren ehemalige Teammitglieder zu Kundinnen, Lieferanten oder Markenbotschaftern werden. Oder zu externen Mentoren für Angestellte. Vielleicht heuern sie eines Tages wieder fest beim Unternehmen an.

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