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Hybrides Arbeiten Fifty-fifty zwischen Büro und Homeoffice funktioniert am besten

Die erste groß angelegte Studie zum Thema Hybridarbeit zeigt: Die befürchteten Nachteile existieren nicht. Das Modell bringt bessere Ergebnisse als reine Büro- oder Homeoffice-Arbeit.
aus Harvard Business manager 11/2022
Heute im Homeoffice, morgen im Büro: Am besten läuft es, wenn Beschäftigte hybrid arbeiten können

Heute im Homeoffice, morgen im Büro: Am besten läuft es, wenn Beschäftigte hybrid arbeiten können

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MoMo Productions / Getty Images

Die Pandemie hat uns gelehrt: Homeoffice ist für viele Berufe möglich und kann Unternehmen zahlreiche Vorteile bringen. Doch mit dem Abbau der pandemischen Maßnahmen würden viele Arbeitgeber ihre Mitarbeitenden am liebsten wieder täglich im Büro sehen. Dass dies keine gute Idee ist, haben jetzt vier Wissenschaftler in der ersten groß angelegten Studie  zum Thema Hybridarbeit herausgefunden.

Für ihre Feldstudie sammelten sie neun Wochen lang mehr als 30.000 E-Mails von Mitarbeitenden der Personalverwaltung von BRAC, einer der weltgrößten nicht staatlichen Entwicklungshilfeorganisationen mit Sitz in Bangladesch. Die Studie fand im Sommer 2020 statt, gegen Ende des nationalen Lockdowns.

Die Beschäftigten wurden in drei Gruppen aufgeteilt: hauptsächlich zu Hause Arbeitende (während der Studienphase höchstens acht Tage vor Ort), hybrid Arbeitende (neun bis 14 Tage vor Ort) und überwiegend im Büro Arbeitende (mehr als 15 Tage vor Ort). Alle Probanden mussten Fragen zu ihrer Zufriedenheit mit dem Arbeitsarrangement beantworten; zusätzlich bewerteten ihre Vorgesetzten deren Produktivität. Die Wissenschaftler werteten zudem die E-Mails nach Anzahl und inhaltlicher Qualität aus.

Das Ergebnis war eindeutig: In allen drei Kriterien – Zufriedenheit, Anzahl der Mails und Arbeitsqualität – übertrafen hybrid Arbeitende ihre Kolleginnen und Kollegen deutlich. Sie schickten pro Tag 0,8 mehr E-Mails als im Homeoffice Arbeitende. Zudem adressierten Hybridarbeiter die Mails an 58 Prozent mehr Einzelempfänger als ihre Kollegen im Homeoffice, und sie formulierten die Mails und deren Anhänge individueller. Auch die Jobzufriedenheit war höher als in den anderen beiden Gruppen

Für Angestellte sei Hybridarbeit womöglich "die beste aller Welten", heißt es in dem Whitepaper. Co-Autor Prithwiraj Choudhury resümiert: "Wenn Sie in der Hybridgruppe sind, haben Sie den größten Vorteil aus der Flexibilität, aber ohne den Nachteil der Isolation von Kolleginnen und Kollegen." Auch für Arbeitgeber ist das eine gute Nachricht: Die befürchteten negativen Folgen flexibler Arbeitspläne existieren nicht; die Qualität der Arbeit steigt merklich. Wer Mitarbeitenden also ein Fifty-fifty-Modell anbieten kann, sollte das auch im eigenen Interesse tun.

Quelle: Prithwiraj Choudhury et al.: "Is Hybrid Work the Best of Both Worlds? Evidence from a Field Experiment", Harvard Business School Working Paper, März 2022

Ausgabe November 2022

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