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Führung 7 Dinge, die Männer von Frauen lernen können

Warum erzählen wir ambitionierten Frauen immer wieder, sie müssten sich so verhalten wie männliche Führungskräfte? Umgekehrt wird ein Schuh daraus.
aus Harvard Business manager 8/2020
IM TEAM FUNKTIONIEREN - wie diese Läuferinnen der 4 x 100-m-Staffel bei der WM 2017 in London: Das machen Managerinnen vor

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Foto: Fabrizio Bensch / Reuters

Es gibt ein großes öffentliches Interesse daran, dass mehr Frauen in die Führungsetagen von Unternehmen aufsteigen und stärker an Machtpositionen beteiligt sind. Doch allzu viele Lösungsvorschläge beruhen auf dem Irrglauben, dass einflussreiche Frauen genauso sein müssten wie Männer. Dahinter steckt die Denkweise: "Wenn Männer den Großteil der Toppositionen besetzen, werden sie wohl etwas richtig machen. Also müssen wir Frauen dazu kriegen, sich genauso zu verhalten."

Doch diese Logik erklärt nicht die vergleichsweise schlechte Performance der meisten Führungskräfte, die ja zum überwiegenden Teil männlich sind. Wie wir schon häufiger argumentiert haben, besteht das eigentliche Problem nicht darin, dass es zu wenig kompetente Frauen gibt. Das wahre Problem ist, dass wir inkompetenten Männern zu wenig Steine in den Weg legen. Das erklärt, warum Menschen mit übersteigertem Selbstbewusstsein, narzisstischem Wesen und einer Neigung zu unethischem Verhalten im Topmanagement überrepräsentiert sind.

Insofern stimmen die Geschlechterunterschiede in puncto Führungseffizienz (was es braucht, um gute Leistungen zu bringen) nicht überein mit den Geschlechterunterschieden bei der Entstehung von Führungsqualitäten (was es braucht, um es an die Spitze zu schaffen).

Tatsächlich zeigen wissenschaftliche Forschungen, dass die Vorherrschaft männlicher Topmanager keineswegs das Produkt überragender Führungsfähigkeiten ist. Große quantitative Studien (darunter auch Metaanalysen) deuten darauf hin, dass es beim Talent zur Unternehmensführung entweder gar keine Geschlechterunterschiede gibt oder dass diese – sofern sie existieren – wohl eher die Frauen begünstigen.

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Vor diesem Hintergrund wäre es logischer, die übliche Lösung umzukehren: Statt Frauen aufzufordern, sich wie männliche Führungskräfte zu verhalten (von denen – wie erwähnt – einige inkompetent sind), sollten wir Männer an der Macht ermutigen, jene effektiven Verhaltensmuster zu übernehmen, die sich häufiger bei Frauen in Führungspositionen beobachten lassen. So ließe sich ein Pool von Vorbildern schaffen, die kompetenten Männern und Frauen gleichermaßen den Weg nach oben ebnen könnten.

Führungslektionen für Männer

Im Folgenden haben wir einige wichtige Lektionen für den Großteil der männlichen Führungskräfte zusammengestellt, die sie von der durchschnittlichen Managerin lernen können.

Halten Sie sich zurück, wenn Sie es nicht wirklich draufhaben. Es liegt derzeit im Trend, Frauen zu erzählen, sie müssten sich nur "reinhängen" (englisch "lean in", angelehnt an den Titel des Buchs von Sheryl Sandberg – Anm. d. Red.), um Qualitäten wie Durchsetzungsvermögen, Wagemut oder Selbstvertrauen zu entwickeln. Bei Männern können sich solche Eigenschaften als Selbstvermarktung manifestieren, als Einheimsen fremder Lorbeeren oder aggressives Verhalten.

Tatsächlich hat es nie einen starken Zusammenhang gegeben zwischen der Tatsache, dass sich jemand in etwas "reinhängt", und den tatsächlichen Leistungen. Das gilt insbesondere für Männer. Deshalb wäre es sinnvoller, nicht immer wieder auf Menschen hereinzufallen, die sich "reinhängen", ohne über das entsprechende Talent zu verfügen.

In einer logischen Welt würden wir Menschen vor allem dann in Führungsrollen befördern, wenn sie kompetent sind und nicht nur selbstbewusst. Wir würden sie auf ihre Fachkompetenz hin prüfen, ihre Erfolgsbilanz nachhalten und ihre relevanten Führungskompetenzen beurteilen (etwa Intelligenz, Neugier, Empathie, Integrität und die Fähigkeit, sich coachen zu lassen). All diese Eigenschaften lassen sich besser mithilfe wissenschaftlich basierter Testverfahren evaluieren als durch ein typisches Vorstellungsgespräch.

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