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Präsentationen Diagramme, die funktionieren

Die für das Management wichtigen Botschaften verstecken sich in immer komplexeren Datenbergen. Diese anschaulich darzustellen erfordert eine exzellente Visualisierung. Was Sie dabei beachten sollten.
aus Harvard Business manager 9/2016

Illustration: Andriy Onufriyenko / Moment RF / Getty Images

Es ist noch nicht lange her, da war die Visualisierung von Daten nicht mehr als eine nette Spielerei. Etwas für Manager mit einer besonderen Vorliebe für Grafiken und Daten. Heute kommt keine Führungskraft mehr ohne aus, denn viele Zusammenhänge lassen sich nur noch durch eine visuelle Aufbereitung erschließen.

Die treibende Kraft hinter dieser Entwicklung sind Daten. Geschäftliche Entscheidungen basieren immer stärker auf Informationen, die so schnell und in einem derart massiven Umfang auf uns zukommen, dass wir sie ohne einen gewissen Abstraktionsgrad, zum Beispiel durch eine Visualisierung, nicht mehr begreifen können. Bei Boeing  sollen Manager die vertikalen Starts und Landungen des Spezialflugzeugs Osprey effizienter machen. Doch die Sensoren der Osprey erzeugen bei jedem Start und bei jeder Landung ein Terabyte an Daten. Das bedeutet, bei zehn Starts und Landungen kommen so viele Informationen zusammen, wie die Library of Congress beherbergt. In den Mustern dieser Daten nach Unregelmäßigkeiten und Ineffizienzen zu suchen ist ohne Visualisierung kaum zu schaffen.

Kompakt

Das Problem
Heute werden so viele Daten und Konzepte grafisch präsentiert, dass Wissensarbeiter nicht mehr ohne Visualisierungskenntnisse auskommen. Aber: Die wenigsten haben das gelernt. Dank günstiger Software kann heute jeder Daten aus einer Tabelle in ein Balkendiagramm importieren. Das bedeutet aber auch, dass sich im Handumdrehen furchtbare Charts erstellen lassen. Visualisierung kann viel mehr: Sie bietet eine flexible und über - zeugende Form, Konzepte zu erforschen und Informationen zu vermitteln.

Die Lösung
Stürzen Sie sich nicht kopflos in die Umsetzung. Überlegen Sie zuerst, was Sie zeigen - Konzepte oder Daten? Machen Sie sich dann Gedanken, was Sie bezwecken wollen: informieren, überzeugen oder erforschen? Die Antwort sagt Ihnen, welche Tools und Ressourcen Sie brauchen.

Auch nicht statistische Daten müssen visuell aufbereitet werden. Komplexe Systeme, etwa geschäftliche Workflows oder die Art und Weise, wie sich Kunden durch einen Laden bewegen, lassen sich ohne Visualisierung schwer verstehen, geschweige denn optimieren.

Dank des Internets und der wachsenden Zahl an günstigen Softwaretools kann heute jeder Visualisierungen erstellen – auch ohne spezielle Daten- oder Grafikkenntnisse. Das ist eigentlich eine positive Entwicklung. Sie hat nur einen Nachteil: Sie fördert die Tendenz, gedankenlos mit ein paar Klicks Diagramme und Übersichten zu erstellen, ohne sich vorher über Zweck und Ziel klar zu werden. Bequem ersetzt gut und führt zu Darstellungen, die bestenfalls ausreichend, schlimmstenfalls wirkungslos sind. Wer die Zellen einer Tabelle automatisch in ein Diagramm umwandelt, visualisiert lediglich einen Teil einer Tabelle, aber kein Konzept. Die Präsentationsexpertin Nancy Duarte sagt: "Vermitteln Sie nicht den Eindruck, dass Sie ein Diagramm zeigen. Vermitteln Sie den Eindruck, dass Sie einen Spiegel menschlicher Aktivitäten zeigen, eine bildliche Darstellung von Dingen, die Menschen getan haben, um eine Linie nach oben oder nach unten weisen zu lassen. Nicht: "Hier ist unser finanzielles Ergebnis für das dritte Quartal." Sondern: "Hier haben wir unsere Ziele verfehlt."

Wenn Manager bessere Diagramme erstellen wollen, beginnen sie oft, Regeln zu lernen, ausgehend von Fragen wie diesen: Wann verwende ich ein Balkendiagramm? Wie viele Farben soll ich maximal einsetzen? Wo kommt die Legende hin? Muss ich meine Y-Achse bei null beginnen lassen? Visuelle Grammatik ist wichtig und nützlich, sie macht aber noch keine guten Grafiken aus. Wenn Sie mit solchen Regeln beginnen, verzichten Sie auf Strategie zugunsten der Umsetzung. Das ist so, als würden Sie Koffer packen, ohne zu wissen, wo Sie hinfahren.

Ihre visuelle Kommunikation wird erheblich erfolgreicher sein, wenn Sie zunächst einmal erkennen, dass es sich nicht um eine einzelne Maßnahme handelt, sondern um eine Reihe verschiedener Tätigkeiten, die unterschiedliche Arten von Planung, Ressourcen und Fähigkeiten erfordern. Die Systematik, die ich in diesem Beitrag vorstelle, ist entstanden, nachdem ich genau den Fehler begangen hatte, den ich gerade beschrieben habe: Das Buch, auf dem dieser Artikel basiert, begann als eine Art Regelwerk. Doch als ich mir die Geschichte der Visualisierung, den spannenden Stand der Forschung auf diesem Gebiet und intelligente Ideen von Experten und Neulingen angesehen hatte, zog ich das gesamte Projekt neu auf. Wir brauchten nicht noch ein Regelwerk. Was wir brauchten, war ein strukturierter Denkansatz für die immer wichtiger werdende Disziplin der visuellen Kommunikation als Ganzes.

Die in diesem Artikel beschriebene Systematik ist einfach. Mit nur zwei Fragen stellen Sie die Weichen auf Erfolg.

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