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Krisenmanagement So bleiben Sie am Leben

Viele deutsche Mittelständler stecken derzeit mitten in der Restrukturierung. Wie sind sie bisher durch die Pandemie gekommen – und welche Aufgaben stehen als Nächstes an? Ein Leitfaden für aktuelle und künftige Krisen.
aus Harvard Business manager 11/2020
Wirksamer Schutz: Eine Plexiglasscheibe zum Schutz vor Tröpfcheninfektionen hat der Schweizer Dan Cermak für seine Fotoserie "The Beauty of Protection" aufgenommen und digital eingefärbt.

Wirksamer Schutz: Eine Plexiglasscheibe zum Schutz vor Tröpfcheninfektionen hat der Schweizer Dan Cermak für seine Fotoserie "The Beauty of Protection" aufgenommen und digital eingefärbt.

Foto: Dan Cermak

Die Corona-Pandemie hat nahezu alle Unternehmen dazu gezwungen, binnen kürzester Zeit in einen Krisen- und Turnaroundmodus umzuschalten. Seitdem hat vor allem der deutsche Mittelstand eine gewaltige Anpassungsleistung erbracht – und das, obwohl die meisten Führungsteams nach zehn Jahren Boom kaum noch über Erfahrung mit Krisen und Restrukturierungen verfügen.

Hinzu kommt: Momentan weiß niemand, ob die Wirtschaftskrise eher L-, V-, U- oder W-förmig verlaufen wird. Wir können jedoch davon ausgehen, dass einige mittelständische Schlüsselbranchen – auch wegen ihrer hohen Exportabhängigkeit – vor einer hohen mittelfristigen Nachfrageschwäche stehen.

Viele Unternehmen haben sich bereits neu aufgestellt, andere stecken gerade mitten in der Restrukturierung. Eine weitere Gruppe hat in den vergangenen Monaten hauptsächlich auf die Erfordernisse der Krise reagiert, aber den Konjunkturabsturz nicht zum Anlass genommen, ihre Strategie ernsthaft infrage zu stellen.

Der Weg durch die Krise

Wovon hängt es nun ab, ob diese Unternehmen die kommenden Monate überstehen werden? Welche Maßnahmen haben sich bewährt? Welche Aufgaben müssen Führungskräfte angehen – und was sollten sie lieber bleiben lassen?

Kompakt

Die Situation
Als die Corona-Pandemie ausbrach, hätten viele Mittelständler einen Leitfaden gebraucht, der ihnen den Weg durch Lockdown, Umsatzeinbrüche und Restrukturierung weist. Die Autoren haben in dieser Zeit mit 33 Unternehmen gearbeitet und ihre Erfahrungen in einem Leitfaden zusammengefasst. Er hilft auch Unternehmen, die erst jetzt in eine kritische Situation geraten.

Der Leitfaden
Die Schritte 1 bis 5 haben viele Unternehmen mittlerweile gemeistert - von der Einrichtung einer Taskforce bis hin zur Kommunikation mit Stakeholdern. Doch die Schritte 6 bis 8 sollten manche jetzt dringend angehen: Szenarien entwickeln, Geschäftsmodell anpassen, Krisenfestigkeit testen.

Die Hilfen
Wer sein Geschäftsmodell überarbeiten muss, dem helfen 16 Fragen, Probleme herauszuarbeiten und Lösungen zu finden. Und die Krisenfestigkeit des eigenen Unternehmens können Führungskräfte mit einem Resilienztest messen, der sowohl die Management-Performance als auch die finanzielle Performance abbildet.

In den vergangenen Monaten haben wir 33 Unternehmen aus dem gehobenen deutschen Mittelstand – überwiegend mit mehr als 100 Millionen Euro Jahresumsatz – durch die Krise begleitet. Sie zeigen natürlich nur einen Ausschnitt aus den vielfältigen Unternehmensschicksalen und -strategien. Aber sie sind typisch für Mittelständler in unvorhergesehenen Krisen. Insgesamt hatten diese 33 Unternehmen vor dem Beginn der Pandemie mit einem Umsatz von 6,6 Milliarden Euro geplant.

Aktuell rechnen wir mit einem Umsatzrückgang von 15 Prozent über alle 33 Unternehmen hinweg für das Jahr 2020, wobei die Branchen unterschiedlich stark betroffen sind. Am besten kommen unsere Klienten aus der Bauwirtschaft und dem Handel durch die Krise, mit einem prognostizierten Rückgang von 9 beziehungsweise 12 Prozent. Härter getroffen hat es den Maschinen- und Anlagenbau (–16 Prozent), die Automotive-Branche (–18 Prozent) sowie die Konsumgüterindustrie (–24 Prozent). Aus unserer Arbeit in den vergangenen Monaten haben wir einen Leitfaden entwickelt, wie ein ganzheitliches Krisen- und Turnaroundmanagement in Zeiten der Covid-19-Pandemie aussehen sollte. Er lässt sich – unabhängig von Branchen oder Unternehmensgrößen – als Navigationshilfe nutzen. Die von uns vorgestellten Prinzipien gelten für diese und andere Krisen, nicht nur für Covid-19.

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Die Schritte 1 bis 5 unseres Leitfadens haben viele Firmen aktuell schon bewältigt. Die Schritte 6 bis 8 dagegen sind für die meisten Mittelständler noch Baustellen. Sie sollten rasch angegangen werden.

Schritt 1: Taskforce einrichten

Angestoßen und gesteuert wird das Krisenmanagement von einer Taskforce, die sinnvollerweise aus den fünf bis sieben wichtigsten Mitgliedern des Führungskreises besteht. So wie bei einem Notfall im Flugzeug die Passagiere erst ihre eigene Sauerstoffmaske aufsetzen sollen, bevor sie anderen helfen, ist die Einrichtung einer solchen Taskforce die erste und wichtigste Maßnahme im Krisenfall. Sie gewährleistet, dass das Unternehmen handlungsfähig bleibt und die Krise effektiv bewältigt.

In den von uns begleiteten Unternehmen hat sich eindeutig gezeigt, dass ein funktionsübergreifender Pandemiestab sehr viel besser darin ist, Folgen und Nebenwirkungen seiner Handlungen abzuschätzen, als ein einzelner Topmanager und dass ein Team insgesamt robustere Entscheidungen trifft. So wird das Krisenmanagement "vergemeinschaftet", was der Geschwindigkeit und Entscheidungsqualität zugutekommt.

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