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Coopetition Wie Ihr Feind Ihnen hilft

Statt einander zu bekämpfen, müssen Rivalen heute oft gemeinsame Sache machen. Nur so können sie erfolgreich bleiben und Märkte verteidigen. Nutzen Sie diesen Leitfaden, um Chancen und Risiken abzuwägen.
aus Harvard Business manager 6/2021
Die drei Astronauten Serena Maria Auñón-Chancellor (USA), Sergei Prokopjew (Russland) und Alexander Gerst (Deutschland) brechen gemeinsam zur Internationalen Raumstation ISS auf.

Die drei Astronauten Serena Maria Auñón-Chancellor (USA), Sergei Prokopjew (Russland) und Alexander Gerst (Deutschland) brechen gemeinsam zur Internationalen Raumstation ISS auf.

Foto: Mattia Balsamini / Contrasto / laif

Die Mondlandung vor über 50 Jahren ging als Höhepunkt eines erbitterten Wettstreits zwischen den USA und der damaligen UdSSR in die Geschichte ein. Weniger bekannt ist, dass die Weltraumerkundung fast mit einer Kooperation begonnen hätte. Bei einem Treffen mit dem Regierungschef der Sowjetunion, Nikita Chruschtschow, schlug US-Präsident John F. Kennedy 1961 eine gemeinsame Mondmission vor.

Die Autoren

Adam Brandenburger

ist Professor an der Stern School of Business der New York University (NYU) sowie an der NYU Tandon School of Engineering. Außerdem leitet er das Program on Creativity + Innovation der NYU Shanghai.

Barry Nalebuff

ist Professor für Management an der Yale School of Management. Dort lehrt er Verhandlungstechnik, Innovation, Strategie und Spieltheorie. Brandenburger und Nalebuff führten 1996 mit Ihrem Buch "Co-opetition" denselben Begriff in die Managementforschung ein. Auf Deutsch erschien das Buch im CampusVerlag unter dem Titel "Coopetition: kooperativ konkurrieren – Mit der Spieltheorie zum Geschäftserfolg".

Zwei Jahre später, als er vor den Vereinten Nationen sprach, brachte Kennedy die Idee erneut auf. Zwar stieß sein Vorschlag auf taube Ohren, doch 1975 kam es mit dem Apollo-Sojus-Test-Projekt dann doch zur Zusammenarbeit der beiden Rivalen aus dem Kalten Krieg. Die Internationale Raumstation ISS läutete 1998 dann eine Ära der Kooperation zwischen den beiden Nationen ein.

Heute ist eine ganze Reihe von Ländern daran interessiert, eine Basis auf dem Mond zu errichten. Verschiedene Akteure loten Optionen zur Zusammenarbeit aus. Selbst die hyperkompetitiven Rivalen Jeff Bezos  und Elon Musk  haben sich schon einmal an einen Tisch gesetzt, um über einen Zusammenschluss ihrer Unternehmen Blue Origin und SpaceX zu sprechen.

Kompakt

Der Hintergrund
Die Idee, dass Rivalen in manchen Fällen kooperieren sollten, wurde erstmals in den 90er Jahren erforscht. Seitdem hat sie zunehmend an Bedeutung gewonnen. Dennoch verschenken Führungskräfte, die sich mit der "Coopetition" nicht anfreunden können, immer wieder die vielversprechenden Möglichkeiten eines Kooperationswettbewerbs.

Ein Leitfaden
Überlegen Sie zunächst, was jede der Parteien tun könnte, wenn die angedachte Kooperation nicht zustande kommt. Wie würde das den Wettbewerb in Ihrer Branche verändern? In manchen Fällen liegen die Vorteile einer Zusammenarbeit auf der Hand. Und selbst wenn nicht, kann eine Kooperation manchmal besser sein als keine Kooperation. Finden Sie dann heraus, wie Sie kooperieren können, ohne Ihren Wettbewerbsvorteil zu gefährden.

Diese Kombination aus Wettbewerb und Kooperation hat einen Namen: "Coopetition" – auf Deutsch "Kooperationswettbewerb". Als wir 1996 ein Buch darüber schrieben, war dieses Phänomen in der Wirtschaft noch recht selten. Heute ist Coopetition in vielen Branchen üblich, etwa bei Konkurrenten wie Apple  und Samsung , DHL und UPS, Ford  und General Motors (GM) sowie Google  und Yahoo .

Es gibt viele Gründe, warum Wettbewerber kooperieren sollten, beispielsweise um Kosten zu senken und doppelten Aufwand zu vermeiden. Ist ein Projekt für ein einzelnes Unternehmen zu groß oder zu riskant, kann eine Zusammenarbeit auch der einzig gangbare Weg sein.

Denkbar ist auch, dass Unternehmen A eine bestimmte Tätigkeit besser beherrscht als Unternehmen B – welches seinerseits eine Kompetenz vorweisen kann, die A fehlt. Beide profitieren dann davon, wenn sie ihre Fähigkeiten teilen. Und selbst wenn B keine Kompetenz zum Tausch anbieten kann, kann es für A dennoch sinnvoll sein, die Expertise – zum richtigen Preis – mit B zu teilen.

Coopetition wirft jedoch strategische Fragen auf: Wie wird sich die Wettbewerbsdynamik in Ihrer Branche verändern, wenn Sie kooperieren – oder es nicht tun? Werden Sie in der Lage sein, Ihre wertvollsten Vermögenswerte zu schützen? Um solche Fragen zu klären, bedarf es einer sorgfältigen Analyse. Wir bieten Ihnen in diesem Artikel einen Leitfaden, der hilft, die Vor- und Nachteile einer Kooperation mit Wettbewerbern abzuwägen.

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