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Gleich ihren Rivalen aus Fernost müssen sich westliche Unternehmen ehrgeizigen strategischen Fernzielen verpflichten "Strategic Intent" - aber jetzt gegen die Japaner

Als Canon Anfang der 70er Jahre auf dem reprographischen Sektor seine ersten vorsichtigen Gehversuche unternahm, erschien der Gedanke einfach absurd, daß dieser Zwerg einmal Xerox herausfordern sollte - 15 Jahre später hatte Canon nach Marktanteilen mit dem US-Riesen weltweit gleichgezogen. Was stand hinter diesem Erfolg? Eben kein strategisches Konzept, das auf verfügbare Ressourcen abstellt und sich der beliebten Portfolio-Planungs- und Wettbewerbsanalyse- Techniken bedient. Canon - und andere fernöstliche Weltunternehmen nicht anders - gründete sein Vorgehen vielmehr auf "Strategie Intent", auf das Ziel "Xerox schlagen", was zunächst angesichts der damaligen Mittel und Fähigkeiten völlig unrealistisch scheinen mochte. Doch entschlossen wurde die gesamte Organisation darauf eingeschworen, die Kluft zwischen Wollen und Können schrittweise zu verringern, konkrete Wegmarken ("einen Kleinkopierer für 1000 Dollar herausbringen"; "Produktentwicklungszeiten um 75 Prozent senken") zu meistern und auf die Spielregeln des Marktführers nicht einzugehen - alles zusammen ein Paradebeispiel für die Zwangsläufigkeit, mit der anfänglich weit stärkere westliche Gegenspieler allmählich in eine unterlegene Position manövriert werden.
aus Harvard Business manager 4/1989
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