Selbstmanagement So überstehen Sie schlechte Tage

An manchen Tagen scheint uns einfach nichts zu gelingen, egal, was wir anfassen. Stecken Sie nicht den Kopf in den Sand, sondern suchen Sie sich gezielt Aufgaben, die Struktur bieten und die Laune heben.
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Kennen Sie diese Tage, an denen es sich anfühlt, als würde das Leben Ihnen in den Hintern treten? Sie bekommen eine unerwartete Rechnung und sollen Hunderte von Euro nachzahlen. Sie verlieren die Konzentration und stoßen rückwärts an ein geparktes Auto. Sie haben einen Streit mit Ihrem Partner. Sie werden in die Schule zitiert, weil Ihr Kind sich danebenbenommen hat. Ein eigentlich lieber Verwandter schickt Ihnen ständig Verschwörungstheorien, und Sie können es nicht mehr ertragen.

Wir alle haben solche Tage. Und auch an solchen Tagen gibt es Aufgaben, die wir erledigen müssen. Hier finden Sie einige Tipps zum Durchhalten. Denn wenn man es richtig anpackt, kann Arbeit eine erdende Wirkung haben. Und kann dabei helfen, all das zu meistern, was das Leben so bereithält.

Konzentrieren Sie sich auf eine vertraute Tätigkeit

Finden Sie eine Aufgabe auf Ihrer To-do-Liste, die befriedigend, aber so vertraut ist, dass sie nicht anstrengend ist - zum Beispiel das Schreiben eines Newsletters, den Sie seit Jahren jeden Monat verfassen? Dann tun Sie es.

Warum hilft das? Wenn wir sehr vertraute Aufgaben ausführen, ist es fast so, als ob das Muskelgedächtnis einsetzt. Alle Schritte sind so eingeübt, dass es leichtfällt, sich darin zu vertiefen und im "Flow" zu bleiben. Eine Aufgabe, die Sie in einem Rutsch beginnen und beenden können, gibt Ihnen außerdem ein Erfolgsgefühl.

Nehmen Sie eine neue Aufgabe in Angriff, die Sie bisher vermieden haben

Dieser Tipp scheint zunächst im genauen Widerspruch zum ersten Ratschlag zu stehen, aber er funktioniert über einen anderen Mechanismus. Hier ein Beispiel:

Gestern habe ich eine schlechte Nachricht erhalten. Ich lenkte mich ab, indem ich mich in das Schreiben von ein paar Blogbeiträgen gestürzt habe, wie im letzten Tipp beschrieben. Aber dann habe ich eine Aufgabe aus der Kategorie "Arbeit - aber nicht wirklich Arbeit" erledigt, die ich aufgeschoben hatte. Ich musste mein letztes Buch noch einmal lesen, um sicherzustellen, dass ich nicht versehentlich irgendwelche Punkte oder Beispiele in meinem kommenden Buch wiederhole.

Aufgaben, die keinen Platz in Ihrem normalen Arbeitstag haben, die Sie aber in Ihrer Freizeit nur schwer erledigen können, können an einem lustlosen Tag die perfekte Wahl sein. Etwas zu tun, das Sie bisher vermieden oder aufgeschoben haben, wird Ihnen helfen, sich kompetent zu fühlen und Ihnen das Gefühl geben, auf dem richtigen Weg zu sein.

Sie könnten auch Dinge ausprobieren, über die Sie normalerweise zu viel nachdenken würden - zum Beispiel eine Person in Ihrem Bereich ansprechen, mit der Sie gerne zusammenarbeiten würden, die Sie aber nicht persönlich kennen - oder eine Aufgabe, die anspruchsvoll und kreativ ist. Warum nicht einen Vortrag oder einen Artikel darüber verfassen, warum eine für eine Branche vermeintliche Arbeitsweise Standard, aber falsch ist? Oder einen Prototypen des Lieblingsprojekts erstellen, das Sie im Kopf haben? Wenn Menschen sich niedergeschlagen und ängstlich fühlen und nur wenig Selbstvertrauen haben, neigen sie dazu, sich zurückzuziehen. Wer sich aber vornimmt, Vertrauen in seine Ideen und Fähigkeiten zu haben, hat ein Gegenmittel gefunden und kann die Negativspirale durchbrechen.

Machen Sie die Hälfte Ihrer üblichen Arbeit

Wenn man niedergeschlagen ist, kann Produktivität dabei helfen, die Stimmung zu heben und die eigene Widerstandsfähigkeit zu stärken. Selbst für klinisch depressive Menschen sind lange Auszeiten von der Arbeit selten zu empfehlen. Aber der Versuch, Leistung zu erbringen, obwohl man emotional angeschlagen ist, kann ins Gegenteil umschlagen. Es führt dann dazu, dass man zu erschöpft ist und keine Energie hat, das eigentliche Problem anzugehen - und zu verarbeiten, was einen bedrückt. Sie brauchen etwas Erholung, um wieder auf die Beine zu kommen.

Ein guter Kompromiss ist es, die Hälfte (oder zwei Drittel) Ihrer üblichen Arbeit zu erledigen. Ein kleineres Ziel wie dieses kann verhindern, dass Sie sich überwältigt fühlen und prokrastinieren. Wenn Sie einen Tag für Ihre geistige Gesundheit brauchen, nehmen Sie sich einen und machen Sie dann weiter, indem Sie die hier beschriebenen Tipps ausprobieren.

Sprechen Sie mit anderen Menschen

Einsamkeit erhöht den Stress und verringert die Produktivität. Haben Sie keine Angst davor, sich Ihren Kollegen gegenüber verletzlich zu zeigen; erzählen Sie zumindest einer Person, was Sie gerade durchmachen. Das wird ihnen helfen zu verstehen, warum Sie vielleicht etwas weniger belastbar oder schwungvoll sind als sonst.

In schwierigen Zeiten sind nicht unbedingt immer die Menschen die beste Unterstützung, denen wir am nächsten stehen. Manchmal sind Menschen, mit denen man eine eher lockere Verbindung hat, in solchen Situationen genau der richtige Ansprechpartner - wenn man ihnen eine Chance gibt. Und selbst kleine Gesten der Unterstützung von diesen Menschen können besonders hilfreich sein, weil sie oft unerwartet kommen.

Und gerade in Momenten, in denen Sie das Gefühl haben, Ihrer Familie und Ihren besten Freunden nicht zu viel aufbürden zu wollen, weil sie gerade selbst viel um die Ohren haben, kann die Verbindung zu Menschen, mit denen sie bisher keine besonders intensive Beziehung hatten, stärker werden.

Achten Sie allerdings darauf, sich Menschen anzuvertrauen, denen Sie auch vertrauen - die nicht annehmen, dass Sie bei der Arbeit generell unzuverlässig sind, nur weil Sie mal gestresst sind.

Haben Sie keine Angst vor negativen Gefühlen

Es gibt keinen Grund zur Sorge, dass negative Gefühle Ihre Produktivität zerstören. Tatsächlich kann Arbeit ein Zufluchtsort sein, wenn gerade alles etwas turbulent erscheint. Ich habe festgestellt, dass traurige Emotionen meine Kreativität und Produktivität steigern. Wut (vor allem, wenn ich unterschätzt werde) führt dazu, dass ich mich entschlossener fühle. Angst hat eine eher gemischte Wirkung.

Auch wenn sich niemand wie ein Roboter verhalten sollte, der jede Situation durchsteht, sollten Sie nicht davon ausgehen, dass sich schwierige Emotionen negativ auf Ihre Arbeit auswirken werden. Der Schlüssel liegt darin, diese Gefühle zu nutzen, um Sie voranzubringen, anstatt zu versuchen, sie unter den Teppich zu kehren.

Wenn Menschen emotional überwältigt sind, sagt ihr Instinkt ihnen vielleicht, dass es gut ist, den ganzen Tag im Internet zu surfen oder aber sich komplett in die Arbeit zu stürzen, um sich abzulenken. Aber es gibt auch Stufen zwischen diesen beiden Extremen, die Ihnen dabei helfen können, sich besser zu fühlen, schneller wieder auf die Beine zu kommen und Ihr Selbstvertrauen wiederzufinden. Um mit all den Situationen umzugehen, denen Sie begegnen.

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