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Arbeitsbeziehungen Netzwerken wie die Top-Performer

Die besten Mitarbeitenden gehen beim Networking bewusst anders vor, als es ihrem Typ entspricht: Kreative kümmern sich um die eigene Gruppe, Aufgabenorientierte vernetzen sich über Abteilungsgrenzen hinweg.
aus Harvard Business manager 1/2023
Schön, Sie kennenzulernen! Eine Studie beleuchtet die Netzwerke von Spitzenkräften

Schön, Sie kennenzulernen! Eine Studie beleuchtet die Netzwerke von Spitzenkräften

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LUIS ALVAREZ / Getty Images

Die meisten Angestellten bauen Beziehungen im Unternehmen auf, die ihrem kognitiven Stil entsprechen – also ihrer bevorzugten Art, Informationen zu verarbeiten und Probleme zu lösen. Top-Performer jedoch tun genau das Gegenteil: Sie bauen Netzwerke auf, die ihren kognitiven Stil ergänzen. Das haben zwei Professoren der privaten Wirtschaftshochschule ESMT Berlin in einem Langzeit-Feldexperiment  bei einem großen Halbleiterunternehmen herausgefunden. Dafür beobachteten sie das Netzwerk und die Leistung sämtlicher Mitarbeitender über einen Zeitraum von zweieinhalb Jahren.

Sie fanden heraus, dass durchschnittlich leistungsfähige Angestellte, die Wert auf Vielfalt und Kreativität legen, am liebsten "Brückenbeziehungen" über verschiedene Gruppen und Bereiche des Unternehmens hinweg aufbauten. Beschäftigte hingegen, die größeren Wert auf Präzision und sorgfältige Ausführung als auf Kreativität legten, stärkten eher ihre bestehenden Bindungen innerhalb der eigenen Gruppe.

Das galt jedoch nicht für die Top-Performer. Gehörten sie eher zu den Kreativen, dann widerstanden sie ihrer natürlichen Neigung, neue Kontakte zu anderen Gruppen zu knüpfen und kümmerten sich intensiv um bestehende Beziehungen. Spitzenkräfte mit einer Neigung zu ausführungsorientierter Arbeit dagegen bauten neue Verbindungen über Abteilungsgrenzen hinweg auf.

Wer über sich hinauswachsen will, sollte auch beim Networking seine Komfortzone verlassen, betont Studienautor Eric Quintane: "Wenn wir unsere besten Leistungen erbringen wollen, müssen wir uns bemühen, am Arbeitsplatz Netzwerke aufzubauen, die unsere angeborenen Fähigkeiten ergänzen und nicht verstärken."

Quelle: Gianluca Carnabuci, Eric Quintane: "When People Build Networks That Hurt Their Performance: Structural Holes, Cognitive Style, and the Unintended Consequences of Person-Network Fit", Academy of Management Journal, September 2022

Ausgabe Januar 2023

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