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Homeoffice Längere Arbeitstage für Führungskräfte

Vom Bett zum Schreibtisch ist es im Homeoffice nicht weit. Was also mit der gewonnenen Pendelzeit machen? Während Mitarbeiter mehr Freizeit haben, sitzen Chefinnen und Chefs länger am Computer.
aus Harvard Business manager 2/2021
Foto:

GARY YEOWELL / GETTY IMAGES

Wie nutzen Arbeitnehmer im Homeoffice die Zeit, die sie vor der Corona-Krise fürs Pendeln aufgewendet haben? Offenbar sehr unterschiedlich, je nachdem, ob sie eine Führungsposition bekleiden oder nicht.

Das ist das Ergebnis einer Studie unter 1300 Wissensarbeitern in den USA. Ein Forscherteam um Raffaella Sadun von der Harvard Business School hatte sie in den Sommern 2019 und 2020 Tagebuch über ihre Aktivitäten führen lassen.

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Wie zu erwarten, verbrachten Arbeitnehmer während der Pandemie sehr viel weniger Zeit mit Pendeln – im Schnitt 41 Minuten pro Tag. Doch während einfache Mitarbeiter die gewonnene Zeit vor allem für ihre persönlichen Interessen nutzten, arbeiteten Führungskräfte noch mehr als sonst.

Zwar hatten auch sie 23 Minuten mehr Freizeit, vor allem am Morgen; gleichzeitig verlängerte sich jedoch ihr gesamter Arbeitstag um durchschnittlich 56 Minuten zwischen der ersten und letzten Aktivität. Dieser Effekt war bei Managern großer Unternehmen noch ausgeprägter, die 22 Minuten mehr in Meetings verbrachten und 16 Minuten länger E-Mails beantworteten.

Trennung zwischen Arbeit und Privatleben fehlt

"Diese Daten deuten auf eine signifikante Neuorganisation von Arbeit nach der Corona-Zeit hin, vor allem für Manager", schreiben die Autoren. Die Vorteile der Arbeit im Homeoffice fielen dabei sehr unterschiedlich aus, je nach Mitarbeitertyp und Unternehmen.

So sei es womöglich keine gute Idee, die neuen Arbeitsformen top-down zu koordinieren, etwa durch die Einführung von internen Onlineforen oder virtuellen Kaffeeküchen. Solch ein Ansatz könne Arbeitnehmer überfordern, die im Homeoffice ohnehin schon unter unzähligen Videokonferenzen ächzten.

Unternehmen sollten ihre Mitarbeiter lieber bei einer gesunden Trennung zwischen Arbeit und Privatleben unterstützen – etwa indem sie sie regelmäßig darauf hinweisen, unnötige Überstunden zu vermeiden. "Kurioserweise", so die Autoren, "kann dies bedeuten, die erzwungenen Brüche zwischen Arbeit und Leben wiederherzustellen, die das Pendeln einst auf natürliche Weise geschaffen hat."

Quelle: Andrew Kun et al.: "Where Did the Commute Time Go?", hbr.org, Dezember 2020

Ausgabe Februar 2021

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Dieser Artikel erschien in der Februar-Ausgabe 2021 des Harvard Business managers.

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