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Persönlichkeitsentwicklung Auf Umwegen zum Topjob

Auch wenn Sie viel um die Ohren haben: Engagieren Sie sich! Wer es versteht, Ehrenämter und andere Tätigkeiten außerhalb des Jobs strategisch einzusetzen, hat ein kraftvolles Erfolgsinstrument in der Hand.
aus Harvard Business manager 11/2020

Illustration: Sandra Navarro

Seine ersten sieben Berufsjahre verbrachte Amit Paley als Reporter bei der US-Zeitung "Washington Post". Während er viele Überstunden machte und aus Kriegsgebieten im Nahen Osten berichtete, schaufelte er sich Zeit frei, um zudem im Leitungsgremium der Zeitung seiner ehemaligen Universität mitzuarbeiten. Das gab ihm die Möglichkeit, Nachwuchsjournalistinnen und -journalisten zu unterstützen und zu lernen, wie Non-Profit-Organisationen funktionieren.

Später verließ er die "Washington Post", studierte an einer Business School und ging als Berater zu McKinsey – wieder eine anspruchsvolle Tätigkeit. Doch auch während dieser Zeit war es ihm wichtig, ehrenamtlich zu arbeiten. So übernahm er nachts und am Wochenende Telefondienste für das Trevor Project, eine Organisation, die sich dafür einsetzt, Jugendliche vor dem Suizid aufgrund ihrer sexuellen Orientierung zu bewahren.

Schließlich wurde Paley Vorstandsmitglied beim Trevor Project (für das einer der Autoren dieses Artikels ebenfalls arbeitet). Durch sein Engagement erhielt er Einblicke in die betriebswirtschaftlichen und finanziellen Probleme, mit denen gemeinnützige Institutionen zu kämpfen haben. Dies wiederum veranlasste ihn, sich verstärkt in McKinseys Non-Profit-Sparte einzubringen.

Höhepunkt dieser Aufwärtsspirale war das Jahr 2017, in dem Paley zum CEO des Trevor Project ernannt wurde. "Indem ich meine Freizeit in Projekte investiert habe, die mir am Herzen liegen, habe ich Dinge gelernt, die mir auch im Job zugute kommen", sagt er. "Diese Erfahrungen haben mich zudem auf Führungsaufgaben vorbereitet, von denen ich damals nicht einmal ahnte, dass ich sie später übernehmen würde." Wer es wie Amit Paley versteht, außerberufliches Engagement strategisch einzusetzen, hat ein kraftvolles Erfolgsinstrument in der Hand.

Was sind das für Tätigkeiten?

Viele Führungskräfte konzentrieren sich obsessiv auf ihre aktuelle Aufgabe und auf das Unternehmen, für das sie arbeiten. Sie glauben, dass sie ohne diese Zielstrebigkeit einfach nicht erfolgreich sein können. Natürlich ist den meisten Menschen heute bewusst, dass sie für ihre weitere Karriere – insbesondere für den Aufstieg in den Vorstand – unterschiedliche Erfahrungen benötigen. Dazu müssen sie ausloten, welche Möglichkeiten sich ihnen in den verschiedensten Funktionen, Branchen und Ländern bieten.

Trotzdem herrscht immer noch die Meinung vor: Wer eine anspruchsvolle Aufstiegsposition erreicht, sollte ihr seine gesamte Aufmerksamkeit widmen, um Überdurchschnittliches zu leisten und sich für den nächsten Karriereschritt in Stellung zu bringen. Dieser Ansatz mag sich kurzfristig auszahlen. Doch durch unsere Zusammenarbeit mit Tausenden Führungskräften und durch eigene Erfahrung haben wir festgestellt, dass er auf lange Sicht die eigene Entwicklung und sogar die Karriere lähmen kann.

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Woran liegt das? Für Führungskräfte ist es heutzutage wichtiger als je zuvor, sich in strategisch ausgewählten Nebentätigkeiten (englisch: "Side Gigs") zu engagieren. Infolge der rasanten Veränderungen und Disruptionen ist es auch für die unternehmensinterne Fortbildung, für Business Schools und Programme zur Führungskräfteentwicklung schwierig, ihre Lehrpläne auf dem neuesten Stand zu halten. Deshalb müssen Führungskräfte, die aufsteigen und zum Erfolg ihres Unternehmen beitragen wollen, neue Wege finden, um ihren Horizont zu erweitern, und ihr Wissen, ihre Fähigkeiten und ihre Beziehungen auch dann ausbauen, wenn sie gleichzeitig ihrer täglichen Arbeit nachgehen.

Das geht weit über die Teilnahme an Branchentreffen und Netzwerkveranstaltungen  oder den Besuch von Abendkursen hinaus. Hier geht es um sinnvolles nebenberufliches Engagement, das Sie mit unterschiedlichen Menschen, neuem Wissen und fremden Kulturen zusammenbringt. Gleichzeitig sollte es Synergien schaffen zwischen Ihren persönlichen Interessen und Ihrem derzeitigen oder künftigen Hauptberuf.

Das kann zum Beispiel die Mitarbeit im Aufsichtsgremium einer Einrichtung des öffentlichen, privaten oder Non-Profit-Sektors sein. Das kann eine Lehrtätigkeit sein, ein Stipendium, eine Veröffentlichung oder Filmproduktion. Das kann ein staatlicher oder gemeinnütziger Dienst auf Bundes-, Landes- oder Gemeindeebene sein, die Beratung oder finanzielle Unterstützung von Start-ups, eine Führungsaufgabe in Berufsverbänden und Klubs oder die Teilnahme an Foren, Festivals und Tagungen als Redner oder in der Organisation.

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