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Selbstmanagement Der richtige Blickwinkel

Manche Menschen achten stark auf Details, andere schauen mehr auf das große Ganze. Für Manager ist es wichtig, beide Perspektiven flexibel einnehmen zu können. Eine Anleitung für das Zoomen zwischen den Extremen.
aus Harvard Business manager 10/2011
Foto: Fabian Krause / EyeEm / Getty Image

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Die Explosion auf einer Ölplattform im Golf von Mexiko im April 2010 kostete elf Menschen das Leben und führte zur größten Ölkatastrophe in der Geschichte der USA. Doch der damalige CEO von BP, Tony Hayward, konzentrierte sich vor allem auf die Konsequenzen für seine Karriere. Er schien in erster Linie besorgt darüber, welche Auswirkungen der Vorfall auf das Management von BP und vor allem auf ihn haben würde. Ungefähr eine Woche nach der Explosion äußerte sich Hayward gegenüber Managern in seinem Londoner Büro folgendermaßen: "Was um Himmels willen haben wir getan, dass wir das verdient haben?" Trotz eines PR-Coachings sagte er einen Monat später zu Reportern: "Ich hätte gern mein Leben zurück."

Hayward, der im Juli 2010 zurücktreten musste, boten sich zahlreiche Gelegenheiten, auf das große Ganze einzugehen: auf die menschliche Katastrophe und die öffentliche Bestürzung in der Golfregion. Doch obwohl BP Tausende von Ingenieuren zur Eindämmung der Ölpest einsetzte, gelang es ihm in den Augen der Öffentlichkeit nicht, Herr der Lage zu werden; die Krise schien sein persönlicher Fluch zu sein.

Hayward konzentrierte sich immer nur auf einen kleinen Ausschnitt, in der Sprache der Fotografie ausgedrückt: Sein Objektiv schien in der Position "Nahaufnahme" zu klemmen. So versuchte er zum Beispiel dem Vertragspartner Transocean die Schuld in die Schuhe zu schieben. Dieses Unternehmen hatte die explodierte Anlage betrieben.

Kompakt

Starrer Fokus

Jahrzehntelang beobachtete die Autorin Rosabeth Moss Kanter Manager bei deren Arbeit. Ihr fiel auf, dass Führungskräfte oft in bestimmten Sichtweisen verharren, etwa im Blick auf das Detail oder dem Sinn für große Zusammenhänge. Meist verringert dieser starre Fokus die Effektivität.

Das Zoom-Modell

Statt nur auf Einzelheiten zu achten, sollten Manager lernen, flexibel die Distanz zu Problemen, Aufgaben, Strategien zu variieren. Visionäre müssen von Zeit zu Zeit aus ihren Höhen herabsteigen und sich ebenso mit Details befassen wie Faktenfreunde sich für die großen Zusammenhänge interessieren sollten. Nur dann gelingt es, wirklich komplexe Managementaufgaben zu lösen, etwa ein Unternehmen durch eine Krise zu führen.

Je nachdem durch welches Objektiv Manager eine Situation betrachten, wird ihre Fähigkeit, gute Entscheidungen zu fällen, positiv oder negativ beeinflusst - gerade in Krisenzeiten. Wenn sie heranzoomen, erhalten sie eine Großaufnahme ausgewählter Details - vielleicht aber ist diese Einstellung zu nah, um sich ein sinnvolles Bild machen zu können. Mit einem Weitwinkelobjektiv können sie sich einen Überblick verschaffen - es gehen ihnen aber eventuell einige Feinheiten oder Nuancen verloren.

Die Zoomfunktion an digitalen Geräten lässt uns Bilder aus unterschiedlicher Nähe betrachten. Sie ist auch eine passende Metapher für verschiedene Ansätze strategischen Denkens. Manche Manager bevorzugen eine Detailanalyse, andere betrachten lieber das große Ganze. Beide Perspektiven haben Vor- und Nachteile. Aber sie sollten flexibel gehandhabt und nicht als vorgegebene Positionen angesehen werden. Manager brauchen unterschiedliche Perspektiven, um sich ein umfassendes Bild machen zu können. Erfolgreiche Manager können Dinge sowohl aus der Nähe als auch aus der Ferne betrachten.

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