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Der Scherbenhaufen, den Monetarismus und angebotsorientierte Ökonomie der US-Regierung hinterlassen haben, muß beseitigt werden Reagans Wirtschaftspolitik in der Sackgasse

"Es ist offenkundig und logisch unmöglich, eine Wirtschaftsexpansion, die durch Steuersenkungen stimuliert werden soll, mit einer Wirtschaftsschrumpfung zu vereinbaren, die von einer rigorosen Anwendung der Geldpolitik hervorgerufen wird," lautet die Kernaussage dieses Artikels. Die angebotsorientierte "Verirrung" in Verbindung mit einer Geldpolitik, die die Inflation nur unter Kontrolle hält, indem sie eine Inflation riskiert, könne nicht funktionieren und funktioniere auch nachweislich nicht, meint J. K. Galbraith. Aber was kann dann überhaupt funktioniereren? Galbraith schlägt eine Doppelstrategie vor: Eine Finanzpolitik des knappen Staatshaushalts einerseits, die Nachfrage eindämmt und durch Begrenzung des Konsums der Produktivität weniger Schaden zu fügt als durch eine Steigerung der Investitionen; andererseits eine Lohn- und Preispolitik, die Lohn- und Gehaltszuwächse nur insoweit gestattet, als die Wirtschaft sie über die Preise auffangen kann. Galbraith fordert die Manager auf, ihre antiquierte Ansicht aufzugeben, daß die Welt nach dem Laissez-faire-Prinzip funktioniert, und anzuerkennen, daß die Volkswirtschaften der westlichen Industrienationen von "Großunternehmen, starken Gewerkschaften, einem mächtigen Regierungsapparat und den anderen Erscheinungsformen organisierter Interessen in unserer Zeit" dominiert werden.
aus Harvard Business manager 4/1982
John Kenneth Galbraith
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