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Problematische Effekte

Mittleres Management: Stützen des Unternehmens (HBm April 2004)
aus Harvard Business manager 8/2004

Ich denke auch, dass sich die Rolle des Mittelmanagements im letzten Jahrzehnt einschneidend verändert hat. Zum einen gab es tatsächlich eine Reihe großer Unternehmen, in denen ganze Hierarchieebenen gestrichen werden konnten, ohne dass dies nennenswerte Effekte auf das Funktionieren der Organisation gehabt hätte. Wenn in bürokratisch strukturierten Unternehmen die Mitarbeiter an der Basis von reinen Ausführern zu wichtigen Wissensträgern werden, die Managementaufgaben wie Koordination der Aufgaben und Kontrolle selbst übernehmen, dann verlieren bisherige Zwischenebenen ja wirklich ihren (bisherigen) Zweck. Zum anderen gab es aber auch viele Beispiele, bei denen der (übertriebene) Abbau von Ebenen zu problematischen Effekten geführt hat, weil der starre Blick auf die Kosten und Einspareffekte die hier schlummernden Möglichkeiten übersehen hat. Etwa, sich als Mittelmanager endlich mit den eigentlichen Führungsaufgaben auseinander setzen zu können, statt ständig Feuerwehr zu spielen, mehr Zeit zu haben für strategische Überlegungen et cetera. Ein wenig schummrig wird mir, wenn ich die Grafik mit dem neuen Profil des Mittelmanagements betrachte. Die Liste ist ganz schön lang! Ist das eine Versuchung in Richtung Selbsttest samt Erkenntnis: Uiiih, da fehlt mir aber einiges, da muss ich noch viel lernen!?

Peter Wagner, Herausgeber der österreichischen Zeitschrift "Unternehmensentwicklung"

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