Umweltschutz: Auf der Suche nach einem gemeinsamen Weg

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Nr. 1 / 05.01.1988 Alle Ausgaben
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EDITORIAL

Politik/Gesellschaft

Was können Auslandsunternehmen gegen die Unterdrückung der Schwarzen in Südafrika tun? Apartheid schadet der Wirtschaft

Die Politik der Rassentrennung ist die Hauptursache, warum die Produktivität schwarzer Arbeiter in Südafrika eine der niedrigsten der Welt ist. Zu diesem Ergebnis kommt jedenfalls eine Befragung von 361 schwarzen Arbeitern und 60 weißen Managern. Dabei stellte sich heraus, daß die andernorts wirksamen Anreize zu mehr Leistung guter Lohn, interessante Aufgaben, Anerkennung, sichere Arbeitsplätze in Südafrika nicht greifen: Aus Sicht der zunehmend verbitterten Schwarzen ändern faire Arbeitsbedingungen und menschliche Behandlung im Unternehmen nichts an der Unterdrückung außerhalb der Fabriktore. Sie fragen sich, was höherer Lohn schon bedeute, wenn sie ja doch kein Haus außerhalb der schwarzen Slums kaufen dürfen. Oder was "Sicherheit des Arbeitsplatzes" heiße, wenn jemand fortgesetzt von Gefängnis oder Abschiebung bedroht ist. Die südafrikanischen Schwarzen arbeiten bereitwilliger und produktiver für Unternehmen, die sich am Kampf gegen die Rassentrennung beteiligen. So gewährt Volkswagen beispielsweise Arbeitern, die gegen Apartheidsgesetze verstoßen haben und inhaftiert werden, eine 75prozentige Lohnfortzahlung. Ferner gestattet der Autohersteller den Gewerkschaften Versammlungen auf dem Firmengelände, die in den Townships aufgrund der Notstandsgesetze untersagt sind. Und der Ölmulti BP und die Barclays Bank verstoßen mit dem Bau von Werkswohnungen, die Mitarbeitern aller Hautfarben offen stehen, bewußt gegen den Groups Area Act, der getrennte Siedlungsgebiete für Weiße, Asiaten, Mischlinge und Schwarze vorschreibt.
19 Min

Führung/Organisation

Gefährliche Trugschlüsse und notwendige Konsequenzen Management der Unternehmenskultur

In den Buchhandlungen stapeln sich dickleibige Wälzer mit Titeln wie "Vom Geist und Stil des Hauses". Auch Berater machen in Sachen Unternehmenskultur glänzende Geschäfte. Doch nur wenigen Firmen gelingt es, im Betrieb Werte und Normen zu schaffen, die das Umsetzen der angestrebten Ziele und den Erfolg auf dem Markt fördern. Zu zahlreich sind die Mißverständnisse, denen das Management dabei unterliegt: "Kultur" läßt sich nicht an der glanzvollen Erscheinung, an Bürooder Fabrikpalästen ablesen. Auch knorrige Gründerpatriarchen, markige Werbeslogans oder Regeln für "kultiviertes" Verhalten sind keine Garantien für gute Unternehmenskultur. Solche Äußerlichkeiten haben wenig Einfluß auf die Denk- und Arbeitsweise der Mitarbeiter. Ihr Verhalten wird von größtenteils unbewußten Grundannahmen über ihr Unternehmen, dessen Umfeld und das Wesen des Menschen, seiner Handlungen und seiner Beziehungen zu anderen Personen gesteuert. Diese verborgenen Ansichten werden jedoch selten zum Ausdruck gebracht oder diskutiert. Das Management braucht daher zur Analyse der vorhandenen Stärken und Schwächen und zur Definition der gewünschten Unternehmenskultur den Rat externer Experten. Doch auf dem Beratermarkt wimmelt es von dubiosen Gurus, die alles zu wissen vorgeben und wenig zu sagen haben, von Fragebogenfetischisten, die nur die sichtbaren Phänomene streifen, jedoch nicht zu den tieferen Einflußfaktoren vorstoßen, von "Firmenpsychiatern", die bloß an spektakulären Fallstudien interessiert sind, aber kaum etwas zum wirksamen Verknüpfen der Strategie, Identität und Kultur eines Unternehmens beitragen können. Der Verfasser gibt Tips für ein erfolgversprechendes "Kulturmanagement". Von Christian Scholz
17 Min

Fertigung/Technik

Investition/Finanzierung

Strategie/Planung

Von den Grenzen formaler Planung Strategie als Handwerk

Formale Planung kann Unternehmen durchaus helfen, eine Strategie zu entwickeln - doch nur in gewissen Grenzen. Natürlich benötigen Topmanager Fakten, Zahlen und Prognosen. Aber sie brauchen auch ein intuitives Verständnis ihres Unternehmens, ein Gespür für die Art ihres Geschäfts, ganz ähnlich dem Gefühl eines Töpfers für Ton. Untersuchungen, die in den vergangenen 16 Jahren an der kanadischen McGill University durchgeführt wurden, legen nahe, altgewohnte Vorstellungen über effektive Unternehmensstrategien zu überdenken:* Strategie ist nicht einfach ein Plan für die Zukunft. Sie ist auch ein Verhaltensmuster, das sich aus der Vergangenheit ergibt.* Strategien sind nicht immer das Ergebnis systematischer Planung. Sie können ebenfalls spontan und unbeabsichtigt auftauchen, wenn Unternehmen Innovationen einführen oder auf neue Marktchancen reagieren.* Es gibt keinen Königsweg zum Ausarbeiten einer Strategie. Effektive Strategien gehen aus Versuch und Irrtum hervor, aus planmäßiger Gestaltung oder aus einer Kombination von beidem.* Strategien ändern sich fortlaufend. Doch selten wird in erfolgreichen Unternehmen eine von Grund auf neue Strategie eingeführt.* Gute Topmanager erkennen, wie m ihrer Umgebung neue Verhaltensmuster Gestalt annehmen, die sie zum Durchsetzen einer besseren Strategie nutzen können. Sie ergreifen jede Gelegenheit dazu am Schöpf. Von Henry Mintzberg
19 Min

EDV/Büroautomation

Können Computer denken?

Mit Hochdruck wird in den Labors der Computerkonzerne an Rechnern gearbeitet, die erstmals Anzeichen menschlicher Intelligenz zeigen sollen. Prototypen sogenannter Expertensysteme sind bereits auf dem Markt. Sie können Krankheiten diagnostizieren, Störquellen an Maschinen feststellen, Erdölfunde prognostizieren oder Auskunft in verzwickten Steuerrechtsfragen geben. Demnächst sollen sie auch das Wetter vorhersagen und knifflige Managementprobleme lösen. Wird der Computer eines Tages den Fachmann ersetzen? Der Autor, der in der Anwendung von Künstlicher Intelligenz langjährige Praxiserfahrungen hat, meint nein. Denn ein Mensch benutzt bei seiner Arbeit, selbst bei scheinbar höchst simplen Aufgaben, eine Unmenge an Fertigkeiten und Fähigkeiten, die ihm nur zu einem kleinen Teil bewußt sind. Es ist ungeheuer schwierig, dieses Know-how vollständig zu erfassen, zu beschreiben und in computergerechte Form zu bringen. So werden Expertensysteme nur für ganz enge Spezialgebiete eingesetzt, in denen das benötigte Wissen überschaubar ist. Der Computer ist buchstäblich ein Fachidiot. Zudem sind die heutigen Expertensysteme nicht sonderlich zuverlässig; bei jedem unbekannten Problem sind die Rechner hoffnungslos überfragt und geben völlig unsinnige Antworten. Der Computer wird daher allenfalls als Assistent eines menschlichen Experten eingesetzt werden. Solche "Assistentensysteme" dürften aber durch aus gute kommerzielle Chancen haben.

16 Min

Forschung/Entwicklung

Finanzierung/Investition

Marketing/Werbung

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