Partizipative Führung bei Honeywell

PDF
Vorherige Ausgabe
Nr. 1 / 06.01.1987 Alle Ausgaben
Nächste Ausgabe

EDITORIAL

Führung/Organisation

Die Tricks und Taktiken chinesischer Verhandlungspartner Joint-Ventures in China I: Die Gründung

Allzu viele westliche Geschäftsleute versuchen überstürzt, eine sich bietende Chance auf einJoint- Venture in der VR China zu nutzen, ohne sich zuvor eine angemessene Verhandlungsstrategie zurechtzulegen. Sie schwanken in ihren Zielen, ihr Engagement erscheint fragwürdig. Wenn solche Schwächen mit der subtilen Stärke zusammentreffen, die Chinesen in Verhandlungen an den Tag legen, dann werden sie rasch zu Stolpersteinen für die Entwicklung einer effektiven und gewinnträchtigen Geschäftsbeziehung. Ein besseres Verständnis der chinesischen Kultur und Verhand/ungspri/is wird zu einem günstigeren Abschluß führen. Als Gastgeber kontrollieren die Chinesen das Tempo und die Form der Verhandlungen. Sie wollen eine kooperative Beziehung aufbauen, die sich letztlich zu ihren Gunsten auswirkt. Kernstück der chinesischen Verhandlungstaktik ist der Versuch, die Gegenseite zu überzogenen Zusagen zu bewegen, so daß die Chinesen, wie sie meinen, mit Fug und Recht weitere Konzessionen fordern können. Erfolgreiche westliche Firmen kennen die Regeln des chinesischen Spiels und sind daher nicht gezwungen, sich in ihre Karten sehen zu lassen. Sie haben gelernt, ihre Begeisterung zu zügeln und erst einmal abzuwarten. Die Chinesen legen viel Wert auf Loyalität; wenn Auslandsunternehmen ein vernünftiges Angebot machen, dann können sie eine dauerhafte Beziehung mit chinesischen Geschäftspartnern aufbauen, die jedern politischen Wetterumschlag widersteht.

Die wirklichen Probleme beginnen, wenn Sie den Vertrag unterzeichnet haben Joint-Ventures in China II: Das Management

Niemand scheint eine Entscheidung treffen zu wollen. Strategien bleiben unklar und sind nicht zu präzisieren; die Umsetzung kann zum Alptraum werden. Die Manager erfolgreicher Joint-Ventures stemmen sich unerschütterlich den Versuchen der Bürokratie entgegen, ihnen ihren Willen aufzuzwingen. Oft bedeutet dies, daß sie ihre Ansprüche bereits in den Gründungsverhandlungen anmelden und durchsetzen. Wichtig ist insbesondere, daß der Verwaltungsrat des Joint-Venture eine starke Rolle erhält. Westliche Manager können außerdem ihre Position stärken, indem sie sich die Besetzung der Personalleiter-Stelle vorbehalten. So bekommen sie größere Flexibilität in der Planung des Personaleinsatzes und in der Schaffung wirksamer Anreize.Auslandschefs von Joint- Ventures in China beklagen sich immer wieder über zahllose praktische Probleme im Verkehr mit ihren chinesischen Partnern: Jede Seite geht davon aus, daß das Gemeinschaftsunternehmen nach ihren eigenen Vorstellungen geführt werde. Zwar können ausländische Manager ein chinesisches Unternehmen nicht in einen kapitalistischen Betrieb nach westlichem Muster verwandeln; doch es ist möglich, ein Joint-Venture schrittweise in eine autonomere, stärker auf Gewinn ausgerichtete Organisation zu überführen. Manager müssen lernen, den Mangel an Koordination zwischen den zahllosen Abteilungen in einem chinesischen Betrieb und dessen schwerfälligen Entscheidungsprozeß zu bewältigen. Die einzelnen Abteilungen haben engere Beziehungen zu der Regierungsbürokratie als zu anderen Stellen im Unternehmen.

Strategie/Planung

Nur in Verbindung mit anderen strategischen Konzepten ist die Portfoliotechnik ein wirksames Managementinstrument Die Grenzen der Portfolioplanung

Als vor fast zwanzig Jahren die Portfolioplanung mit großem Tamtam eingeführt wurde, glaubten ihre Verfechter, sie sei der Schlüssel zu fast allen Problemen der strategischen Planung. Fallstudien und Interviews mit den Chefs von zehn amerikanischen Großunternehmen offenbaren freilich etwas anderes. Die Portfoliotechnik kann durchaus Geschäftsbereichs-Stra tegien verbessern, jedoch nur, wenn sie zusammen mit anderen Verfahren zur Analyse von Industriezweigen und Mitwettbewerbern eingesetzt wird. Sie hilft einzelnen Geschäftseinheiten, ihre Wettbewerbsstärken zu erkennen, gibt dem Topmanagement Aufschlüsse über potentielle Veräußerungskandidaten und fördert den effizienten Einsatz der vorhandenen Ressourcen. Erfahrene Anwender der Portfoliomethode haben aber gelernt, wann sie nicht angewandt werden sollte - etwa bei der Suche nach neuen Marktchancen. Ihr strategisches Denken geht weit über die bekannte Vierfelder-Matrix zur Positionierung von strategischen Geschäftseinheiten hinaus; sie haben auch Markttrends, Branchenbedingungen und technologische Neuerungen im Blick. Versierte Planungsexperten erwarten eher graduelle Fortschritte als plötzliche Durchbrüche. Sie bemühen sich, die Zielvorgaben für eine Geschäftseinheit im Lichte der weiter ausgreifenden Fernziele eines Unternehmens zu verdeutlichen. Der Artikel schlägt einige Regeln vor, die dem Topmanagement helfen sollen, die Planung wirklich strategisch zu gestalten. Von Richard G. Hamermesh

Fertigung/Produktionstechnik

Die computerintegrierte Fertigung verlangt das konsequente Denken in Vorgangsketten und die Überwindung von Abteilungsgrenzen CIM: Organisation und Implementierung

Zwei Effekte bilden das hohe Rationalisierungspotential von CIM - die Integration von technischer und betriebswirtschaftlicher Daten Verarbeitung und die Zusammenführung von Teilfunktionen am Arbeitsplatz. Die Realisierung einer durchgreifenden Daten- und Vorgangsintegration erfordert freilich eine umfassende Strategie, die das gesamte Konzept eines Unternehmens umfaßt. Im Rahmen einer Implementierungsstrategie sind die CIM-Funktionen innerhalb einer Unternehmenshierarchie, eine entsprechende Rechnerhierarchie und die Funktionsintegration an den neuen Mischarbeitsplätzen festzulegen. Die stärkere Verquickung von technischem und betriebswirtschaftlichem Wissen durch CIM läßt neue Ausbildungs- und Studiengänge erforderlich werden. Ein neues Know-how müssen sich auch die Anbieter von Hard- und Software zulegen, die bislang entweder auf kommerzielle oder technische Informationssysteme spezialisiert sind. Da die Komponenten von CIM gegenwärtig ausschließlich als isolierte Systeme angeboten werden, ist der Einstieg in CIM nur über die vier Teilketten Verbindung von Planung und Steuerung, Verkettung von CAD und CAM, Integration der Grunddaten Verwaltung und Verknüpfung von Betriebsdatenerfassung und CAM möglich. In den bisher bekannt gewordenen CIM-Realisierungen konnten mit einem solchen Vorgehen Durchlaufzeiten und Entwicklungsprozesse kräftig beschleunigt werden. Daher scheint CIM trotz des derzeit noch unbefriedigenden Angebots an fertigen Lösungen Kosten vorteile zu bringen. Von August-Wilhelm Scheer

Marketing/Distribution

EDV/Bürokommunikation

Politik/Gesellschaft

Was als Bettelei, Bestechung oder Erpressung erscheint, mag in Wahrheit oft Tradition, Höflichkeit oder die Anbahnung einer Freundschaft sein Korruption in der Dritten Welt

Sollten Manager, die in Entwicklungsländern tätig sind, eine "Bitte" um "Zuwendungen" oder "Geschenke" verweigern und auf diese Weise künftige Geschäftschancen aufs Spiel setzen? Oder sollten sie zahlen und sich damit eventuell strafbar machen ? Dürfen sie ihre moralischen Normen kompromittieren? Diese Fragen lassen sich nur beantworten, wenn Geschäftsleute aus den Industrieländern sich näher mit den kulturellen Traditionen beschäftigen, die in vielen Gesellschaften der Dritten Welt noch vorherrschen. Vielerorts ist das, was wir als Korruption empfinden, nichts anderes als der Versuch, eine Geschäftsbeziehung zu begründen oder auszubauen - etwa die Tradition des Geschenketausches. Und jedem westlichen Manager sollte klar sein: Eine Schmiergeldforderung kann sowohl der persönlicheren Bereicherung dienen als auch dem Wunsch entspringen, die herkömmlichen Fürsorgepflichten gegenüber der Gemeinschaft - Dorf, Klan, Sippe - zu erfüllen. Im letzteren Fall ist ein Unternehmen, an dem ein solches Ansinnen gerichtet wird, besser beraten, ein Vorhaben zum Allgemeinwohl (medizinische, schulische oder landwirtschaftliche Projekte) mit einer direkten Schenkung zu bedenken - am besten in Form einer Sachleistung. Zahllose Praxisbeispiele zeigen, welche einfallsreichen Möglichkeiten westliche Firmen gefunden haben. Bestechungsforderungen zu unterlaufen.

F + E/Innovationsmanagement

Werbung/Public Relations

Bücher