Reagans Wirtschaftspolitik in der Sackgasse

PDF
Vorherige Ausgabe
Nr. 4 / 28.09.1982 Alle Ausgaben
Nächste Ausgabe

Editorial

In diesem Heft

Durch optimale Dispositionsmodelle läßt sich die Umlaufmittelbindung wesentlich verringern Mehr Effektivität in der Materialwirtschaft

Der grundlegende Wandel in der politischen und wirtschaftlichen Weltlage Anfang der 80er Jahre sowie das anhaltende Konjunkturtief erfordern von den meisten Unternehmen flexible Anpassungs- und Aktionsstrategien in allen Unternehmensbereichen. Hieraus ergibt sich auch ein breites Aktionsfeld für eine Steigerung der Effektivität und Effizienz der Materialwirtschaft im Unternehmen. Es gilt, die einzelnen Funktionen wie Einkauf, Disposition, Lagerwesen, Transport, Entsorgung, mit ihren Verkettungen untereinander so zu gestalten, daß die Materialwirtschaft als Versorgungssystem des Unternehmens einen positiven Beitrag zum Unternehmensergebnis leistet. Die Höhe der Umlaufmittelbindung ist bei steigendem Finanzierungsaufwand von entscheidender Bedeutung. Nur durch den Einsatz moderner Managementmethoden, die eine optimale Materialbereitstellung unter wirtschaftlichem Einsatz von Kapital und Kosten sicherstellen, kann eine spürbare Reduzierung der Umlaufmittelbindung gelingen. Diese "neuen" Managementmethoden müssen in der Lage sein, die sich aus der Marktposition eines Unternehmens ergebenden unterschiedlichen Anforderungen an die Materialwirtschaft zu erfüllen. In den nachfolgenden Ausführungen wird eine in der Praxis erprobte Methodik dargestellt, um den wirtschaftlichen Einsatz der Materialwirtschafts- Ressourcen durch die Auswahl und den Einsatz Unternehmens- und produktbezogener Dispositionsverfahren zu gewährleisten.

Sorgfältige Planung ist notwendig, wenn die Fortschritte in der Prozeßtechnologie die Erwartungen der Produzenten erfüllen sollen Möglichkeiten und Gefahren EDV-gesteuerter Fertigung

Noch vor einem Jahrzehnt glaubten amerikanische Manager - geblendet durch Umsatzerfolge -, daß sie das Problem der Fertigung für alle Zeiten in den Griff bekommen hätten. Heute haben die Spitzenleistungen ihrer weltweit operierenden Mitbewerber diese Selbstgefälligkeit gründlich erschüttert. Um die Stellung gegen ihre auf Weltniveau produzierenden Konkurrenten zu halten, mußten amerikanische Hersteller lernen, den Konkurrenzkampf vor allem durch hervorragend organisierte Produktionsprozesse zu gewinnen. Roboter in der Produktion erwiesen sich kaum als Hilfe; in der Mehrzahl der Fälle konnten niedrigere Stückkosten und eine höhere Qualität nur auf Kosten der Flexibilität erreicht werden. Für Unternehmen in Branchen, in denen Fließband- oder Massenproduktion üblich ist, war dies kein schwerwiegendes Problem; für Serienproduzenten bedeutete es jedoch einen Alptraum. Sie konnten ihre Kosten nur dadurch niedrig halten, daß sie darauf verzichteten, die Maschinen rasch von einer Aufgabe auf die andere umzustellen - und damit auf das entscheidende Element ihres Produktionssystems. Es ist kein Wunder, daß Serienproduzenten auf rechnergesteuerte Maschinen, die flexible Produktionsabläufe ermöglichen, hoffen, als wären sie ein Allheilmittel. Aber in ihrem Eifer, die EDV-gelenkten Automaten einzusetzen, laufen sie Gefahr, die vielen Probleme zu übersehen, die sich daraus für das übrige Produktionssystem ergeben.

Auslese