Evolution und Revolution im Wachstum von Organisationen

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Nr. 3 / 29.06.1982 Alle Ausgaben
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Editorial

In diesem Heft

Über die Auswahl von und die Zusammenarbeit mit externen Trainern und Instituten Managementtraining - eine besondere Form von Entertainment?

Es gibt eine zunehmende Zahl von Instituten und externen Trainern, die Geschäftsleitungen und betriebliche Bildungsabteilungen mit Trainingsangeboten, Organisationsklima-Untersuchungen und sonstigen Beratungs- und Seminarangeboten auf dem Managementtrainings-Sektor überschwemmen. Auf der anderen Seite arbeitet eine Vielzahl von Firmen mit sehr unwissenschaftlichen Methoden, wenn es darum geht, bestimmte Institute oder Trainer für die Lösung von betrieblichen Trainingsproblemen einzusetzen. Das Ergebnis ist bekannt: Die Situation der Zusammenarbeit zwischen externen Instituten/ Trainern und Firmen hat sich auf professionell geringem Niveau stabilisiert. Da von externen Instituten/Trainern kaum Innovationsimpulse erwartet werden dürfen, müssen die Managementtraining nachfragenden Firmen von sich aus ein Konzept entwickeln, um die "Spreu vom Weizen zu trennen" und die Entscheidungformen von Dilettantismus, Entertainment und ernst zu nehmenden seriösen Änderungshelfern zu bewerten. Der Autor möchte im folgenden ein Konzept vorschlagen, wie Firmen im Rahmen eines Selbsthilfeprojekts eine Qualitätsverbesserung auf der externen Managementtrainings-Szene einleiten können, indem sie das Risiko der Zusammenarbeit mit externen Instituten/ Trainern minimieren und bei der Auswahl von externen Trainern maßgeschneiderte Projekte sicherstellen.

Ein Beitrag zur Effektivität öffentlicher und privater Unternehmen Konzepte der modernen Organisationstheorie

Die Verbesserung der Effektivität öffentlicher Unternehmen ist keine neue Herausforderung. Die Defizite der Bundesunternehmen und kommunalen Unternehmen bei hohen Tarifen und Gebühren sowie spektakuläre Investitions-Fehlentscheidungen entfachen in periodischen Abständen Diskussionen um deren wirtschaftliche Effektivität. Die Kritik an mangelnder Bürgernähe der Verwaltungen und "Dehumanisierung" öffentlicher Dienstleistungen verweist auf weitere, nicht in wirtschaftlichen Größen meßbare Dimensionen dieses Problems. Im Laufe der Zeit sind eine Vielzahl von Lösungsvorschlägen betriebswirtschaftliche, technologische, fiskalische und ordnungspolitische - diskutiert und ausprobiert worden. Diese Bemühungen haben bis heute nicht zu entscheidenden Erfolgen oder selbst zu überzeugenden Strategien geführt. Die moderne Organisationstheorie kann einen wesentlichen Beitrag zum Verständnis des Scheiterns der zahlreichen Verbesserungsbemühungen in der Vergangenheit und damit des Effektivitätsproblems öffentlicher Unternehmen vermitteln. Ein prominentes Beispiel, das in der Effektivitätsdiskussion zitiert wird, - die Deutsche Bundesbahn - erlaubt, die wesentlichen Konzepte der modernen Organisationstheorie zu illustrieren. Die Einsichten und Folgerungen aus diesem Beispiel erscheinen nicht nur relevant für öffentliche Unternehmen, sondern auch für eine selbstkritische Prüfung der Effektiviät in großen privaten Organisationen.

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